Verabschiedet

Schweiz stimmt für schrittweisen Atomausstieg bis 2034

Nach dem Schweizer Nationalrat hat auch der Ständerat, also die Kantone, für den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie gestimmt. Allerdings gab es ein paar Änderungen. So soll durchaus weiter atomare Forschung betrieben werden. In der Schweiz stößt die Atomkraft seit Fukushima auf Widerstand.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Genf (afp/red) - Das Oberhaus des Parlaments, in dem die Kantone vertreten sind, sprach sich am Mittwoch für einen Text aus, der die Abschaltung aller fünf Schweizer Atomreaktoren bis zum Jahr 2034 sowie ein Bauverbot neuer Atomkraftwerke vorsieht. Der Nationalrat, das Unterhaus des Parlaments, hatte das Gesetz bereits am 8. Juni mit großer Mehrheit gebilligt.

Mehrere Änderungen zum Atomausstieg beschlossen

Der Ständerat nahm aber einige Änderungen in das Gesetz auf, die nun vom Nationalrat erneut gebilligt werden müssen. Der am Mittwoch verabschiedete Text sieht neben Maßnahmen zur Förderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz auch die Fortführung der atomaren Forschung vor. Auch nach der Zustimmung des Oberhauses ist es weiter ein langer Weg bis zur endgültigen Verabschiedung eines Gesetzes zum Atomausstieg.

In acht Jahren geht der erste Meiler vom Netz

In der Schweizer Bevölkerung war nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März der Widerstand gegen die Atomkraft deutlich gestiegen. Die Regierung beschloss Ende Mai den langfristigen Ausstieg aus der Atomenergie und richtete eine entsprechende Empfehlung an das Parlament. Den Plänen der Regierung zufolge soll der Reaktor Beznau I seinem Baujahr entsprechend im Jahr 2019 als erster vom Netz gehen. Beznau II und Mühleberg sollen 2022 und Gösgen 2029 folgen. Als letzter Atomreaktor soll Leibstadt im Jahr 2034 stillgelegt werden.