Umstrukturierung

Schweden haftet nicht mehr für Vattenfall-AKW

Mit der neuen Konzernstruktur von Vattenfall haftet der schwedische Staat nicht mehr für die deutschen Atomkraftwerke des Energieversorgers. Dies ergebe sich aus der Tatsache, dass der Beherrschungsvertrag zwischen dem schwedischen Staatskonzern Vattenfall AB und der deutschen Tochter nun ende, sagte ein Unternehmenssprecher in Berlin am Freitag.

Vattenfall© Vattenfall Europe Sales GmbH

Berlin (afp/red) - Diese Haftungsänderung sei aber nicht der Grund für die Umfirmierung gewesen. Vattenfall hatte am Donnerstag angekündigt, die bislang bestehende Aktiengesellschaft Vattenfall Europe mit ihrer Mutter Vattenfall GmbH zu verschmelzen.

Folge ist, dass der Beherrschungsvertrag von Vattenfall AB mit Vattenfall Europe endet - und damit die Haftung des schwedischen Konzerns und des hinter diesem stehenden Staates. "Die Haftung ist dann bei uns genauso wie bei den Wettbewerbern", den Akw-Betreibern Eon, RWE und EnBW, sagte der Sprecher. "Warum ist die Erwartungshaltung da, dass die Vattenfall AB und der schwedische Staat unbegrenzt haften?"

Motiv der Umfirmierung: Weniger Steuern

"Die einzige Motivation der Umfirmierung ist, aus zwei Unternehmen ein Unternehmen zu machen, um nicht zweimal Steuern zahlen zu müssen", betonte der Sprecher. Bislang habe Vattenfall Europe Steuern bezahlt, seinen Gewinn an die Vattenfall GmbH abgeführt und diesen dann ein zweites Mal habe versteuern müssen. Die Haftungsfrage sei zudem nicht von großer Bedeutung, da die beiden einzigen Vattenfall-Akw Krümmel und Brunsbüttel stillstehen. "Da ist das Risiko deutlich geringer."