Zu hohe Schulden

Schufa-Eintrag verhindert Wechsel des Stromanbieters (Upd.)

Tausende Berliner können aufgrund eines negativen Schufa-Eintrags nicht den Strom- oder Gasanbieter wechseln. Konkurrenz-Anbieter zu den Grundversorgern Vattenfall (Strom) und Gasag (Gas) schlössen in der Regel keine Verträge mit Personen ab, die einen negativen Schufa-Eintrag haben, berichtet die "Berliner Zeitung".

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/sm) - Der Schufa-Eintrag wird von der Kreditauskunftei vergeben, wenn Verbraucher Rechnungen und Kredite nicht bezahlt haben. Auch Insolvenz und eine eidesstattliche Erklärung zur Zahlungsunfähigkeit haben einen Negativeintrag zur Folge.

Die Schufa allerdings widersprach der Darstellung, sie würde mit den Billig-Anbieten zusammenarbeiten. "Die Unternehmen Nuon und Eprimo gehören nicht zu den Vertragspartnern der Schufa", sagte eine Sprecherin. Insofern sei es ihnen auch nicht möglich, Daten abzufragen. Offenbar arbeiteten die Energieversorger mit der Firma Creditreform zusammen. Dabei handelt es sich um einen Wettbewerber der Schufa.

Von den Unternehmen werde die Praxis der Kreditabfrage nach Darstellung der Zeitung offen eingeräumt: "Ich bitte Sie um Verständnis, dass die Nuon Deutschland grundsätzlich bei Vorliegen eines negativen Bescheides keine vertraglichen Lieferbeziehungen mit Kunden eingeht", heißt es dem Blatt zufolge in einem Kundenschreiben des Billigstromversorgers.

Der Anbieter Eprimo habe ebenfalls klare Vorgaben: "Vor jedem Vertragsabschluss holen wir uns eine Kreditauskunft. Fällt die negativ aus, dann lehnen wir ab. Das ist absolut üblich in der Branche", sagte Sprecher Jürgen Rauschkolb.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) kritisierte dieses Vorgehen. Finanzexpertin Helga Springeneer sagte: "Wer arm ist, muss oft auch noch mehr bezahlen."