Plädoyer

Schröder wirbt für Russland als Energiezulieferer

Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wirbt für eine Energiepartnerschaft mit Russland. Die europäische Union werde in 20 Jahren zu 70 Prozent vom Import fossiler Energieträger abhängig sein, gegenwärtig seien es rund 50 Prozent, sagte Schröder am Mittwochabend auf einer Veranstaltung in Berlin.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Es sei die Frage, wer "verlässlich und langfristig diesen Bedarf abdeckt". Russland verfüge gegenwärtig weltweit über 6 Prozent der Ölreserven und 30 Prozent der Gasreserven.

Mit Blick auf die Debatte über die Unterbrechung der Erdöllieferungen aus Russland vor anderthalb Wochen sagte Schröder, wer über die Verlässlichkeit bei der Energieversorgung debattiere, müsse sich auch über die Alternativen und die dortige Stabilität der Verhältnisse klar werden. Neben Russland seien weitere Staaten im Nahen Osten und Afrika Energielieferanten.

Ein Ausbau der Gasleitungen sei zudem nötig, um die Energieversorgung langfristig gewährleisten zu können. Laut Schröder wird es nicht möglich sein, mit den derzeitig vorhandenen Leitungen den Bedarf zu decken. Im Jahr 2015 müssten 230 Milliarden Kubikmeter mehr Gas als heute importiert werden.

Igor Schuwalow, Wirtschaftberater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, sagte, Russland habe das ehrgeizige Ziel, der "zuverlässigste Energielieferant zu bleiben." Russland wolle "den Staffelstab noch nicht aus der Hand geben". Zur Unterbrechung der Öllieferung in der «Drushba»-Pipeline sagt Schuwalow, die Schuld liege bei Weißrussland. Dort sei das für Westeuropa bestimmte Öl entnommen worden.