Besuch in Schwerin

Schröder verteidigt Engagement für Ostseepipeline

In Schwerin hat Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder die Übernahme des Aufsichtsratspostens bei der deutsch-russischen Gaspipelinegesellschaft verteidigt. Gleichzeitig teilte er mit, dass der Kreis der Interessenten vermutlich um ein niederländisches Unternehmen erweitert wird.

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Schwerin (ddp/sm) - Alt-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sein Engagement für das deutsch-russische Projekt der Ostseepipeline nach dem Ausscheiden aus dem Amt verteidigt. Er müsse die Kritik am zügigen Einstieg in den Aufsichtrat des Pipeline-Konsortiums zwar akzeptieren, habe aber Schwierigkeiten, diese sachlich nachzuvollziehen, sagte der frühere Regierungschef in Schwerin.

Schröder stellte gleichzeitig klar, dass die Regierungen Deutschlands und Russlands das Projekt der Erdgastrasse durch die Ostsee unterstützt, aber nicht ermöglicht hätten. Das sei Sache der beteiligten Unternehmen gewesen.

Zudem teilte Schröder mit, dass der Kreis der Interessenten an einer Pipeline-Beteiligung wächst. Seinen Angaben zufolge hat ein niederländisches Unternehmen Interesse signalisiert. Nach Angaben der North European Gas Pipeline Company AG (NEGP) handelt es sich dabei um einen Experten für Pipelinebau in der Nordsee. Konkrete Gespräche mit der russischen Gasprom stünden aber noch bevor.

Schröder hob erneut die Bedeutung der 1200 Kilometer langen Ostseepipeline zwischen Russland und Deutschland für die Energiesicherheit in Westeuropa hervor. Er verwies auf die steigende Nachfrage sowie die sinkende eigene Förderung von Erdgas in Europa. Zugleich trat er Befürchtungen einer Abhängigkeit Deutschlands von russischen Erdgaslieferungen entgegen. Russland habe ein ökonomisches Interesse, Gas zu liefern, betonte der Ex-Kanzler. Es gebe keinen Grund, die Versorgungssicherheit durch Russland in Frage zu stellen.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) bezeichnete den Bau der Trasse als Investition von herausragender Bedeutung und strategischer Weitsicht. Die bei Umweltschützern umstrittene Gasleitung soll bis zur geplanten Inbetriebnahme 2010 in Lubmin bei Greifswald anlanden. Mecklenburg-Vorpommern erhofft sich von der Bauphase positive Effekte für den Arbeitsmarkt.