Kein Ausstieg aus Ausstieg

Schröder: SPD muss bei Atomenergie hart bleiben

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat seine Partei davor gewarnt, vom beschlossenen Atomausstieg abzurücken. Kernenergie sei gefährlich und auf lange Zeit teuer und umweltschädlich. Er rate seiner Partei "dringend", bei diesem Thema "Frage standhaft zu bleiben", so der Altkanzler.

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Berlin (ddp). "Wir müssen auf Energiequellen wie Wind, Wasser, Sonne und Biomasse, Energieeinsparung und Energieeffizienz setzen, und nicht auf Atomkraft. Ich kann meiner Partei nur dringend raten, in dieser Frage standhaft zu bleiben", schrieb Schröder im Politikmagazin "Cicero" (Aprilausgabe).

Schröder mahnte: "Es wäre eine törichte und rückwärtsgewandte Entscheidung, neue Atomkraftwerke zu bauen oder technisch veraltete noch länger zu nutzen." Die Kernenergie sei eine "gefährliche, auf lange Sicht teure und umweltschädliche Energieerzeugung, aus der wir schleunigst aussteigen müssen".

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) unterstrich hingegen, der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie müsse unbedingt verhindert werden. Er sei nicht für den Neubau von AKWs, aber für eine Laufzeitverlängerung.

Die Spitzengremien der CDU berieten am Montag über einen Zwischenbericht zum Thema Umwelt und Klimaschutz in der Programmdebatte. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte im Anschluss, "auf absehbare Zeit" könne auf den Beitrag der Kernkraft zur Stromerzeugung nicht verzichtet werden. Deshalb spreche sich die CDU für eine Verlängerung der Laufzeiten aus.