Biografie geplant

Schröder soll Ende März Pipeline-Aufsichtsrat werden

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) soll angeblich am 29. März zum Aufsichtsratschef der Betreibergesellschaft der Ostseepipeline gewählt werden. "An diesem Tag wird die Zusammensetzung des Aufsichtsrats bekannt gegeben", sagte der stellvertretende Gazprom-Vorstandsvorsitzende, Alexander Medvedev, dem "Focus".

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/München (ddp/sm) - Alt-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) steht vor neuen beruflichen Projekten. Am 29. März soll Schröder zum Aufsichtsratschef der Betreibergesellschaft der Ostseepipeline gewählt werden, berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus". Das Magazin "Der Spiegel" schreibt zudem, Schröder sei sich mit dem Verlag Hoffmann und Campe einig, eine politische Biografie zu veröffentlichen.

Eine Unterschrift unter den Vertrag mit dem Hamburger Verlag sei in den kommenden Tagen geplant, hätten Eingeweihte dem Hamburger Magazin bestätigt. Das Vertragsvolumen liege im "oberen sechsstelligen Bereich". Dem Abschluss seien wochenlange Verhandlungen mit anderen Verlagen wie Random House und Droemer vorangegangen. Schröder sei dabei unter anderem von dem Hamburger Medienanwalt Matthias Prinz und dem Chef des Hannoveraner Finanzdienstleisters AWD, Carsten Maschmeyer, beraten worden. Der Vertraute Schröders hatte bereits dessen Regierungssprecher Bela Anda als AWD-Pressechef verpflichtet. Anda tritt sein Amt am 1. April an.

Bei der Betreibergesellschaft der Ostseepipeline soll am 29. März die Zusammensetzung des Aufsichtsrats bekannt gegeben werden, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des russischen Mutterkonzerns Gasprom, Alexander Medwedew, dem Nachrichtenmagazin "Focus". Dem achtköpfigen Rat werden auch Vertreter der deutschen Anteilseigner E.ON und BASF angehören.

Die Erdgaspipeline soll über den Grund der Ostsee verlaufen und ab 2010 russisches Erdgas direkt in die Bundesrepublik transportieren. Der russische Gaskonzern Gasprom und die deutschen Energieunternehmen E.ON und Wintershall hatten den Bau der Pipeline Anfang September vergangenen Jahres in Berlin in Anwesenheit des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des damaligen Bundeskanzlers Schröder vereinbart. Kurz nach den Bundestagswahlen war bekannt geworden, dass Schröder in den Aufsichtsrat wechseln soll. Dies war von der Opposition heftig kritisiert worden.