Zukunftstechnologie

Schott-Tochter legt Grundstein für Solarfabrik in Jena

Mit der Grundsteinlegung für eine neue Produktionsstätte hat heute offiziell der Aufbau der Solarfertigung der Mainzer Schott AG in Jena begonnen. Dort will die Schott Solar GmbH ab Herbst 2007 Dünnschicht-Solarstrommodule fertigen. Zudem wird eine zweite Schmelzwanne für Display-Dünnglas gebaut.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Jena (ddp-lth/sm) - Mit dem Solarbereich bringe der Technologiekonzern ein weiteres Zukunftsgeschäft nach Jena und stärke damit seinen Gründungsstandort, sagte der Vorstandvorsitzende Udo Ungeheuer heute in Jena. Zugleich werde damit die Dünnschicht-Technologie zur industriellen Serienfertigung ausgebaut.

In die neue Fabrik investiert der Konzern nach eigenen Angaben 60 Millionen Euro und schafft 160 neue Arbeitsplätze. Das neue Werk hat eine Kapazität von zunächst jährlich 30 Megawatt. Die Produktion basiert auf einer neuartigen Technologie, für die nur ein geringer Teil der für herkömmliche Solarzellen verwendeten Siliziummenge eingesetzt werden muss. Dabei wird amorphes Silizium (ASI) aus der Gasphase auf eine dünne Glasscheibe abgeschieden. Die ASI-Dünnschichtmodule seien äußerst flexibel in Form und Design und ließen sich deshalb hervorragend in Gebäude integrieren, sagte der Schott-Solarexperte Hans-Joachim Konz. Sie böten interessante Gestaltungsmöglichkeiten für Fenster-, Dach- und Fassadenverglasungen in Verbindung mit umweltfreundlicher Stromerzeugung.

Der Konzern hat seine Solarstromaktivitäten in der Jenaer Tochtergesellschaft Schott Solar GmbH gebündelt. Parallel zur neuen Solarfabrik baut der Schott-Konzern derzeit in Jena eine zweite Schmelzwanne für Display-Dünnglas, das Schott als einziger europäischer Produzent im Floatverfahren herstellt. In der rund 200 Meter langen Produktionsstätte, in die ebenfalls 60 Millionen Euro investiert werden, soll im Dezember das erste hauchdünne Glas für Flachbildschirme geschmolzen werden. Zugleich sollen auch dort 100 neue Arbeitsplätze entstehen.