Havarierte Anlage

Schon wieder Kühldefekt in Fukushima

Ob wieder eine Ratte der Grund für den Alarm ist, der am Freitag ausgelöst wurde? Erneut ist der havarierte Meiler in den Negativschlagzeilen - was Premier Abe gar nicht gefallen dürfte, arbeitet er doch auf eine Renaissance der Atomkraft hin. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Es geht ums Geld.

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Tokio (red) - Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen ist im japanischen Fukushima das Kühlsystem ausgefallen. Medienberichten zufolge bestehe keine unmittelbare Gefahr. So habe ein Sprecher der Betreiberfirma Tepco mitgeteilt, die Kühlung könne sogar zwei Wochen lang ausfallen, ohne dass es gefährlich würde. Erst im März hatte die Anlage zwei Tage lang ohne Kühlung auskommen müssen, allerdings nicht im jetzt betroffenen Reaktor 3 - angeblich wegen einer Ratte, die wahrscheinlich einen Kurzschluss ausgelöst hatte.

Japan sucht seine Energiezukunft

Warum das Kühlsystem in der Atomruine jetzt ausgefallen ist, war am Freitagnachmittag den Berichten zufolge noch unklar. Ebenso ungewiss ist die Zukunft der Atomenergie in Japan. Nach dem Tsunami in 2011 waren alle 50 japanischen Atommeiler überprüft worden. Derzeit sind nur zwei Anlagen wieder am Netz. Wenn es nach Japans Premier Shinzo Abe ginge, würde die Kernkraft wieder salonfähig - nicht zuletzt deshalb, weil das Land seit dem Atomunglück Energie in großen Mengen importiert und viel Geld dafür bezahlt.