Erneute Panne

Schon wieder Datenleck beim Weltklimarat

Zum zweiten Mal binnen eines Monats ist beim Weltklimarat (IPCC) ein Datenleck aufgetreten. IPCC-Vize-Präsident Jean-Pascal van Ypersele sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, im Internet seien Teile eines Entwurfs des neuesten Weltklimaberichts veröffentlicht worden. Zuletzt hatte es im Dezember ein Leck gegeben.

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Paris (AFP/red) - Es handle sich um "interne Arbeitsdokumente" und nicht um die Endfassung des noch nicht veröffentlichten Berichts. Das Datenleck sei "bedauerlich", denn das Bekanntwerden des Materials vor der Veröffentlichung des eigentlichen Berichts drohe "Verwirrung" zu stiften, sagte van Ypersele.

Vorwurf des intransparenten Arbeitens

Die Bloggerin Donna Laframboise hatte am Dienstag tausende Seiten der vorläufigen Fassung des sogenannten Fünften Sachstandsberichts des Weltklimarats ins Internet gestellt. Laframboise wirft dem IPCC vor, nicht transparent zu arbeiten und Umweltschützern mehr Einfluss zu geben als Wissenschaftlern. Bereits Mitte Dezember waren Teile des vorläufigen Entwurfs des Berichts ins Internet gelangt, zu der Datenveröffentlichung bekannte sich ein Kritiker der gängigen Theorie zum Klimawandel. Ein erster Teil des endgültigen Berichts soll im September veröffentlicht werden, ein zweiter im März 2014.

Was der Weltklimarat eigentlich macht

Der Weltklimarat, für den rund 3000 Wissenschaftler arbeiten, soll die Politik über den aktuellen Stand der Klimaforschung informieren. Das 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Gremium hatte im selben Jahr mit seinem vierten Weltklimabericht für Aufsehen gesorgt. Die Forscher schrieben, es sei wissenschaftlicher Konsens, dass sich die Erde infolge der Verbrennung fossiler Brennstoffe erwärme und dass es bereits sichtbare Anzeichen für den Klimawandel gebe. Die Arbeit des IPCC wird immer wieder von Skeptikern kritisiert, die nicht an einen vom Menschen ausgelösten Klimawandel glauben.

Quelle: AFP