Strahlende Fracht

Schon bald neuer Castor-Transport nach Deutschland?

Vergangene Woche stellten sich mehr als 10 000 Demonstranten dem ersten Castor-Transport seit vier Jahren in den Weg. Jetzt wurde bekannt, dass noch in diesem Monat weitere Verfrachtungen stattfinden sollen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com
Presseberichten zufolge hat ein Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz gestern bestätigt, dass die Transportfirma Nuclear Cargo + Service (NCS) einen Antrag für einen erneuten Transport von sechs Castor-Behältern aus Frankreich nach Deutschland gestellt hat. Das Bundesamt will nun prüfen, ob der Antrag sicherheitstechnisch zu verantworten ist.


In die Prüfung einfließen soll auch die finanzielle Situation Niedersachsens. Innenminister Heiner Bartling befürchtet, dass ein zweiter Einsatz in diesem Jahr für die Polizei und den Bundesgrenzschutz des Landes nicht zu verkraften sei. Der erste Castor-Transport seit vier Jahren in das Zwischenlager Gorleben war in der vergangenen Woche von starken Protesten begleitet gewesen.


Während hier eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen ist, deutet alles auf zwei Atommüll-Transporte aus Deutschland nach Frankreich und nach Großbritannien hin. Zwar gibt es keine offizielle Bestätigung, aber es gilt als sicher, dass am kommenden Dienstag insgesamt fünf Behälter mit verbrauchten Brennelementen aus den Kernkraftwerken Biblis, Philippsburg und Grafenrheinfeld in das französische La Hague transportiert werden. Ende April geht dann vermutlich eine weitere radioaktive Fracht von Neckarwestheim in die britische Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield. Dass allerdings starke Proteste stattfinden, ist unwahrscheinlich.