Plädoyer

Schnappauf ruft zur vermehrten Nutzung von Erdwärme auf

Bayerns Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf (CSU) hat zu einer vermehrten Nutzung der Erdwärme aufgerufen. "Die Erdwärmenutzung ist im ganzen Land möglich, klimafreundlich und heute bereits wirtschaftlich", sagte der Minister anlässlich der Eröffnung der Nürnberger Verbrauchermesse Consumenta.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Nürnberg (ddp-bay/sm) - Schwerpunkt-Thema der Messe ist in diesem Jahr "Energiesparen beim Bauen und Wohnen". Für den Verbraucher biete die Erdwärme "eine nahezu ideale Möglichkeit", Energiekosten zu sparen und Umweltschutz zu praktizieren, so Schnappauf.

Die Voraussetzungen für die Erdwärmenutzung sind nach Ministeriumsangaben in ganz Bayern günstig. Überall werde die Sonnenwärme in den oberen zwanzig Metern des Erdreichs gespeichert, und vielerorts könne in tieferen Schichten die Wärme aus dem Erdinneren angezapft werden. Um die Entscheidung zu erleichtern, ob ein Erdwärmekollektor, eine Erdwärmesonde oder eine Grundwasserpumpe die beste Lösung ist, stelle Bayern als eines der ersten Länder Europas ab sofort flächendeckende Erdwärme-Nutzungskarten zur Verfügung. Derzeit seien in Bayern rund 25 000 Erdwärmepumpen in Betrieb - in Deutschland seien es insgesamt 90 000.

Mit der Energie aus dem Untergrund lassen sich laut Schnappauf aber auch Häuser kühlen. Hotels, Gaststätten und Bürogebäude würden in den nächsten 50 Jahren mit doppelt so vielen heißen Sommertagen mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius zu kämpfen haben wie bisher. "Die umweltfreundliche und kostengünstige Kühlung mit Erdwärme gewinnt damit rasant an Bedeutung", sagte der Minister.

In der letzten Woche hatte die rheinland-pfälzische Umweltstaatsekkretärin Jacqueline Kraege Erdwärme als "Schatz, der gehoben werden müsse" bezeichnet.