Netzverkauf

Schmoldt will deutsches Stromnetz privater Stiftung geben

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, ist für eine Übertragung des Betriebes des Hochspannungsstromnetzes in Deutschland an eine private Stiftung. Von ausländischen Investoren sei er wenig begeistert.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - Am Rande einer Gewerkschaftskonferenz in Frankfurt am Main sagte er, als Netzbetreiber würde er eine private Stiftung gegenüber ausländischen Finanzinvestoren vorziehen.

"Wir glauben, dass eine private Stiftung sinnvoll sein könnte", sagte Schmoldt. "Meine Begeisterung für ausländische Finanzinvestoren ist dagegen äußerst begrenzt." Schmoldt reagierte damit auf den Vorschlag des größten deutschen Energiekonzerns E.ON. Der Düsseldorfer Versorger hatte der EU-Kommission Ende Februar vorgeschlagen, das eigene Netz zu verkaufen, um ein Kartellverfahren der EU beizulegen.

Schmoldt, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des E.ON-Aufsichtsrates ist, kritisierte den eindeutigen Kurswechsel des DAX-Konzerns, nachdem dieser bisher einen gezwungenen Netzverkauf immer abgelehnt habe. E.ON habe sich einzig des kartellrechtlichen Problems entledigen wollen.