"Ermutigend"

Schmoldt verteidigt Klima-Kompromiss als Fortschritt

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, verteidigte den Klima-Kompromiss des G8-Gipfels. In Anbetracht dessen, dass man bislang gar nichts habe erreichen können, seien die Ergebnisse des Gipfels durchaus als Fortschritt zu werten.

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Hannover (ddp/sm) - Schmoldt sagte in einem ddp-Interview, man hätte sich zwar "auch verbindlichere Vereinbarungen vorstellen können". Vor dem Hintergrund, "dass bislang überhaupt nichts möglich war", sei aber ein Fortschritt erreicht worden. Dies sollten auch jene Politiker bedenken, "die jetzt nur daran herumkritteln".

Schmoldt fügte hinzu, jetzt müssten die Klima-Vereinbarungen auch umgesetzt werden. Dabei werde es erneute Debatten über den bislang geplanten Atomausstieg geben. Schließlich müsse überlegt werden, wie die angestrebte Verringerung des CO2-Ausstoßes erreicht werden könne.

Schmoldt verwies auf seinen Vorschlag, zwar an dem Ausstiegs-Beschluss festzuhalten. Es gebe hierbei aber Spielräume, die genutzt werden müssten. So sollte man sich bei der Umsetzung weniger an den reinen Laufzeiten der Kernkraftwerke als an deren Sicherheit orientieren.

Der IG-BCE-Vorsitzende lobte auch die Einigung der G8-Staaten auf ein rund 44 Milliarden Euro umfassendes Paket zur stärkeren Aids-Bekämpfung vor allem in Afrika. Dies sei "ein ermutigender Schritt". Schmoldt forderte die Unternehmen aus dem Bereich der Pharmazeutischen Industrie auf, dieses Programm mit günstigen Medikamentenpreisen zu unterstützen. Es sei auch niemand daran gehindert, Medikamente kostenlos zur Verfügung stellen.