Trotz Atomausstieg

Schmoldt: Spitzenposition bei Kernforschung behalten

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt, warnt vor einem Ende der Kernforschung in Deutschland. Trotz Atomausstieg müsse die Forschung mit unverminderter Intensität fortgeführt werden, sagte Schmoldt der Chemnitzer "Freien Presse" (Donnerstagausgabe).

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Chemnitz (ddp/sm) - Alles andere wäre leichtfertig. Mit dem höchsten Sicherheitsstandard bei Kernkraftwerken müsse Deutschland die Spitzenposition behalten. "Auch die Kernkraftgegner können nicht übersehen, dass der deutsche Ausstiegsbeschluss weltweit keine Nachahmer gefunden hat", sagte Schmoldt. Deshalb sei es schon aus Sicherheitsgründen geboten, in der Forschung zu bleiben. Es wäre unverantwortlich, sich mit dem Ausstieg aus der Kernenergie ein reines Gewissen zu verschaffen und die Nachbarländer bei der Beherrschung der Kerntechnologie nicht zu unterstützen.

Nach den Worten Schmoldts hat der Energiegipfel gezeigt, dass es bei der Nutzung der Kernenergie weiterhin unterschiedliche Positionen gibt. Er könne aber mit den Ergebnissen des Spitzentreffens gut leben. "Es ist nichts festgezurrt worden, was sich nicht wieder revidieren lässt", betonte der Gewerkschaftschef.

Zugleich bezweifelte Schmoldt, dass der Atomstrom, der rund 30 Prozent ausmache, überhaupt bis 2020 durch erneuerbare Energien ersetzt werden könne. Er halte das für eine zu optimistische Annahme. Auch die angestrebte Steigerung der Energieeffizienz von drei Prozent bezeichnete der Gewerkschaftschef als "unrealistisch".