Hohe Energiepreise

Schmoldt: Mehr Steuergerechtigkeit statt Sozialtarife

Angesichts der drastisch gestiegenen Energiepreise regt der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG-BCE), Hubertus Schmoldt, einen Umbau des Steuersystems an. Dies sei sinnvoller als Sozialtarife für Strom und Gas. Auch die Subventionierung Erneuerbarer treibe die Preise hoch.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hannover (ddp/sm) - "Der echte Spritpreis zum Beispiel pendelt im Grunde zwischen 50 und 60 Cent - der Rest sind Steuern", sagte Schmoldt der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Indirekte Steuern wie Mineralöl- und Ökosteuer wirkten bei steigendem Preisniveau unsozial, weil die Schwachen einen immer gewichtigeren Anteil ihres Einkommens für Energie ausgeben müssten.

"Eher als über Sozialtarife bei Gas und Strom sollten wir aber über ein neues Verhältnis von direkten und indirekten Steuern nachdenken", sagte Schmoldt. Er verwies auch auf die Verteuerung der Energiepreise durch die starke Subventionierung erneuerbarer Energiequellen. "Natürlich soll der Ausbau der regenerativen Energiequellen unterstützt werden, aber nicht so stark, dass sich die Aktionäre vor Freude auf die Schenkel klopfen", sagte er. Das gerade verabschiedete Klimapaket werde für die Bürger in Wahrheit teurer, als die Bundesregierung suggeriere. "Man muss die Belastungen für die Unternehmen berücksichtigen, die diese in höheren Preisen ihrer Produkte an die Kunden weitergeben", sagte Schmoldt.