2,2 Millionen Euro

Schloss Wissen investiert in Strom aus Gülle

Biogas ist ein Gemisch, das zu rund zwei Dritteln aus Methan besteht. Je nach Methangehalt entspricht der Heizwert pro Kubikmeter Biogas rund 0,6 Litern Heizöl oder 0,6 Kubikmetern Erdgas. Die Anlagen sind mittlerweile technisch ausgereift und zuverlässig. Üble Gerüche gibt es daher nicht. Die Anlage am Niederrhein kostete 2,2 Millionen Euro.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Das Schloss Wissen bei Weeze am Niederrhein setzt auf Biomasse: Der Gutsbetrieb produziert künftig neben Raps und Rüben auch Strom und Wärme aus einer Biogasanlage. Durch Biogas wird im angeschlossenen Blockheizkraftwerk Strom (626 Kilowatt) und Wärme (860 Kilowatt) erzeugt. Mit der hier erzeugten Energie ließen sich knapp 1000 Einfamilienhäuser versorgen. Die 2,2 Millionen Euro teure Anlage finanzierte der Gutsbesitzer komplett aus der eigenen Tasche - ohne Zuschüsse von Bund oder Land.

Herz der Biogas-Anlage ist der Fermenter. Der Fermenter ist ein Faulbehälter, in dem Schweinegülle und andere organische Abfälle des Betriebs (z. B. Zuckerrübenspitzen oder Mais-Silage) vergärt werden. Bei der Vergärung von Gülle und Co. entsteht Biogas. Die Anlage auf Schloss Wissen deckt den Energie- und Wärmebedarf der ganzen Schlossanlage. Dazu gehören das Schloss selbst, eine Siedlung mit zwölf Wohneinheiten, eine historische Mühle, die Vorburg und der komplette Gutsbetrieb. Der Effekt für die Umwelt: Der Kohlendioxid-Ausstoß wird jährlich um über 4000 Tonnen reduziert.

Als "Nebenprodukte" der Biogasanlage fallen Bioerde und ein nährstoffhaltiger Dünger an. Der Dünger wird auf den Feldern des 600 Hektar großen Ackerbaubetriebs von Schloss Wissen Verwendung finden.