Auch Kohleausbau nötig

Schleswig-Holstein will erneuerbare Energien verfünffachen

Schleswig-Holstein soll nach dem Willen von Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) 2020 mehr Strom durch Windkraft produzieren als das nördlichste Bundesland verbraucht. Das geht aus dem am Montag in Kiel vorgelegten Energie-Grünbuch des Ministeriums hervor.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Kiel (ddp-nrd/sm) - Bis dahin soll die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien - vor allem Windenergie und Biomasse - um knapp das Fünffache steigen, wie Austermann ankündigte. Aus Gründen der Versorgungsstabilität müsse sich allerdings gleichzeitig die Kapazität der Kohle-Kraftwerke im Land verdreifachen, sagte Austermann. Dadurch wird sich der Kohlendioxid-Ausstoß von etwa 4,5 Millionen Tonnen in 2005 auf bis zu 15 Millionen Tonnen im Jahr 2020 erhöhen.

Hintergrund ist nach Austernmanns Angaben der Ausstieg aus der Kernenergie. Die Abschaltung aller 17 deutschen Kernkraftwerke laut Atomkonsens wird in den nächsten 13 Jahren einen Neubedarf an fossilen Kraftwerken erfordern, die die Atomstrom-Menge von 165 Terawattstunden ersetzen müssen. Der Wirtschaftsminister hatte in der Vergangenheit wiederholt eine Laufzeitverlängerung für das Kernkraftwerk Brunsbüttel gefordert. Das Energie-Grünbuch will er nun in die Wirtschaftsministerkonferenz einbringen.