Ausbau

Schleswig-Holstein ist Vorreiter bei Windkraft

Der Ausbau der Windenergie in Deutschland kommt kräftig voran. Vor allem Schleswig-Holstein ist ein Vorreiter in Sachen Windkraft und führt die Zubau-Liste mit Abstand an. Im ersten Halbjahr 2014 wurde hier dreimal so viel zugebaut wie im gleichen Zeitraum im Vorjahr.

Windrad© Martin Lehotkay / Fotolia.com

Kiel (dpa/red) - Im ersten Halbjahr 2014 wuchs die installierte Leistung bei 650 neuen Anlagen an Land mit 1723 Megawatt im Vergleich zum Vorjahr um 66 Prozent. Das teilte der Bundesverband Windenergie am Donnerstag in Kiel mit. Dabei hängte Schleswig-Holstein alle anderen Bundesländer weit ab. Mit 443 Megawatt neu installierter Leistung trug das nördlichste Bundesland gut ein Viertel zum Zubau in ganz Deutschland bei. Es folgten Niedersachsen (190 Megawatt) und Brandenburg (189) mit Anteilen von je elf Prozent sowie Mecklenburg-Vorpommern (174) mit gut zehn Prozent.

Zubau wurde verdreifacht

Die Verdreifachung des Zubaus in Schleswig-Holstein im Vorjahresvergleich führte Verbandspräsident Hermann Albers wesentlich darauf zurück, dass die Landesregierung 2012 neue Windeignungsflächen ausgewiesen hatte. Während in Schleswig-Holstein 159 neue Anlagen errichtet wurden, waren es in Baden-Württemberg nur eine und in Sachsen gar keine.

Verringerung im Jahr 2015 wahrscheinlich

Die kräftigen Zuwächse beim Windenergie-Ausbau führte Albers auch auf Vorzieh-Effekte zurück: Zum 1. August trat das reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft, mit dem die Vergütungen um bis zu 25 Prozent sinken. "Das ist eine sehr, sehr große Herausforderung", sagte Albers. Der Zubau an Land werde sich deshalb in Deutschland von voraussichtlich 3300 bis 3700 Megawatt in diesem Jahr 2015 wohl auf 2500 bis 3000 Megawatt verringern. Dies wäre aber immer noch ein guter Wert.

Ausgesprochen kritisch äußerte sich der Verbandspräsident über die angekündigte Ausschreibungspflicht für den Bau neuer Anlagen, die bis 2017 greifen soll. Der günstigste Anbieter soll dann jeweils den Zuschlag bekommen. Dies beunruhige Hersteller wie Betreiber und ganz besonders die Beteiligten an den in Deutschland populären Bürgerwindparks, sagte Albers. Erfahrungen in anderen Ländern zeigten, dass das Ziel sinkender Preise mit Ausschreibungsmodellen nur sehr schwer zu erreichen sei.

Quelle: DPA