Warten auf Clean Coal

Schleswig-Holstein bittet um längere Laufzeit für AKW Brunsbüttel

Die von Vattenfall beantragte verlängerte Laufzeit für das AKW Brunsbüttel wäre ganz im Sinne der holsteinischen Regierung. Wirtschaftsminister Austermann betonte, nur auf diesem Wege könnte ein zusätzlicher Ausstoß an Kohlendioxid verhindert werden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) um Zustimmung der vom Energiekonzern Vattenfall Europe beantragten Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerkes Brunsbüttel gebeten. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorab berichtete, wäre das rechtlich durch eine Übertragung von 15 Terawattstunden Strom des nie ans Netz gegangenen Atommeilers Mülheim-Kärlich möglich.

"Dadurch könnten Sie den Bau eines Kohlekraftwerkes in Brunsbüttel verhindern beziehungsweise für mehrere Jahre aufschieben", zitiert das Magazin aus dem Schreiben Austermanns an Gabriel. Bis dahin stünde womöglich die so genannte Clean-Coal-Technologie zur Verfügung, bei der das CO2 aus der Kohleverstromung nicht in die Atmosphäre gelangen soll. Derzeit könne die Stilllegung von Brunsbüttel "unmittelbar nur durch Strom aus anderen fossilen Kraftwerken, mit der Folge eines zusätzlichen Ausstoßes an CO2, ersetzt werden", hieß es weiter.