100 Prozent Windkraft

Schleswig-Holstein beschließt Aktionsplan Klimaschutz

Mit einem "Aktionsplan Klimaschutz" will die Landesregierung Schleswig-Holsteins einen Beitrag gegen die drohende globale Erwärmung leisten. Dabei setzt das Land vor allem auf den Ausbau der Windenergie, Kohlekraftwerke mit hohem Wirkungsgrad sowie Kraft-Wärme-Kopplung.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Bei erneuerbaren Energien habe Schleswig-Holstein eine Vorreiterrolle, die ausgebaut werden müsse, so Umweltminister Christian von Boetticher. Bis 2020 sollen rechnerisch über 100 Prozent des Stromverbrauchs in Schleswig-Holstein aus Windenergie erzeugt werden. Dafür soll künftig ein Prozent der Landesfläche als Eignungsfläche für Windenergie ausgewiesen werden.

Beim Neubau von Kohlekraftwerken sei der jeweils neuste Stand der Technik zu beachten, so dass nur Anlagen mit dem höchsten elektrischen Wirkungsgraden errichtet werden. Auch die Möglichkeiten der Kraft-Wärme-Kopplung sollen ausgeschöpft werden, so der Umweltminister.

Bei der Umsetzung wirkungsvoller Klimaschutzmaßnahmen will die Regierung "mit der regionalen und kommunalen Energiewirtschaft klimaschutzorientierte Vereinbarungen treffen", kündigte von Boetticher an. Es solle beispielsweise darum gehen, freiwillig Nachtspeicherheizungen auszutauschen, Wärme- und Stromnetze auszubauen und bei der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien zu setzen.

Die Landesregierung selbst wolle in Sachen Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen: "Wir wollen weniger Heizenergie in Gebäuden, weniger Strom für Informationstechnik und weniger Kraftstoff in Dienstfahrzeugen verbrauchen", so Ministerpräsident Peter Harry Carstensen.

Darüber hinaus setzt sich die Landesregierung auch für neue oder veränderte Bundes- und EU-Vorschriften ein. Mit aktuellen Initiativen soll das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das Biogaseinspeisegesetz, das Biokraftstoffquoten-Änderungsgesetz sowie die Nachhaltigkeits-Verordnung für den Anbau von Biomasse verbessert werden.