Neue Förderungen beschlossen

Schleswig-Holstein bekommt erstes Strohheizwerk

Die Energiestiftung Schleswig-Holstein wird auch weiterhin eine Vielzahl von Energiebezogenen Projekten finanziell fördern. So bekommt Seedorf/Hornsmühlen sein erstes Strohheizwerk, das allein deshalb eine große Bedeutung hat, weil Stroh das größte landwirtschaftliche Energiepotenzial in dem Bundesland hat.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Vorstand der Energiestiftung Schleswig-Holstein hat in seiner August-Sitzung die weitere finanzielle Förderung einer Vielzahl von Energiebezogenen Projekten beschlossen. Darunter befinden sich neben einem Strohheizwerk die Erstellung einer Broschüre über bislang geförderte so genannte Passivhäuser und ein Studenten-Wettbewerb zu deren architektonischer Gestaltung sowie ein internationales Schulprojekt zum Aufbau von Solarenergieanlagen in den Entwicklungsländern.

Die Initiierung eines Strohheizwerkes ist durch die Energiestiftung Schleswig-Holstein ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil die energetische Nutzung von Stroh das größte landwirtschaftliche Energiepotenzial in Schleswig-Holstein darstellt. In Dänemark bestehen bereits einige solcher Strohheizwerke – vor allem in ländlichen Gegenden. "Umso erfreulicher ist es, dass die Energiestiftung auf dem landwirtschaftlichen Anwesen Pries in Seedorf/Hornsmühlen mit insgesamt 127 200 DM den Bau eines solchen Strohheizwerks fördern kann", freut sich Dr. Holger Krawinkel, hauptamtlicher Vorstand der Energiestiftung. "Neben dem erhofften Anstoß für eine entsprechende Technologieentwicklung leistet ein solches Projekt durch Kohlendioxidvermeidung auch seinen Beitrag zum Klimaschutz sowie zur Erschließung neuer Einkommensquellen für die Landwirtschaft des Landes", so Krawinkel weiter.

Gemeinsam mit der Hamburger Initiative Arbeit und Klimaschutz führt die Energiestiftung zudem einen Länderübergreifenden Wettbewerb für Studenten durch. Es sollen Gebäudeentwürfe im Hinblick auf eine angehobene wärmetechnische Qualität bei gleich bleibend hohem Anspruch an die architektonische Qualität erarbeitet werden. Auf schleswig-holsteinischer Seite sind an diesem Wettbewerb die Fachhochschule Kiel/Eckernförde, die Muthesius-Hochschule in Kiel sowie die Fachhochschule Lübeck beteiligt.

Um den Gedanken des Energiesparens und der Nutzung regenerativer Energien auch Kindern und Jugendlichen nahe zu bringen, fördert die Energiestiftung mit 75 000 DM außerdem ein von der Firma SET GmbH aus Wedel entwickeltes Projektkonzept, bei dem Schülern des elften Jahrganges die Thematik der zukünftigen Weltenergieversorgung sowie die praktische Umsetzung der Nutzung solarer Energie vermittelt wird. Durch die Kooperation mit einer Partnerschule in einem Entwicklungsland sol ldie soziale Kompetenz der Schüler gestärkt werden. Um auch hier den Länderübergreifenden Kontakt zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein zu stärken, wird im Jahre 2001 ein entsprechendes Projekt an einer Schule in Wedel und für die Folgejahre an drei weiteren schleswig-holsteinischen Schulen gefördert.