Schleswag AG zur Neuregelung des Stromeinspeisungsgesetzes

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Der der Schleswag vorliegende Entwurf des Stromeinspeisungsgesetzes stellt nach Ansicht des Vorstandes eine Entlastung des Unternehmens bei der Aufnahme von Windstrom in das Netz dar. Die Mehrkosten aufgrund der Aufnahme von Kilowattstunden aus Windenergieanlagen und deren höhere Vergütung gegenüber dem Einkauf aus herkömmlichen Kraftwerken würden durch eine Mengenbeschränkung auf ein Prozent (gegenüber zuvor fünf Prozent) des gesamten Stromaufkommens des Unternehmens von derzeit (1999) rund 50 Millionen Mark auf rund 10-15 Millionen Mark reduziert, und dies wäre als solches ein begrüßenswerter Schritt zu einer gerechteren Finanzierung. Die verbleibenden Mehrkosten würden allerdings tendenziell zunehmen, da die Strombezugskosten weiter sinken und die eingespeiste Menge an Kilowattstunden aus Windenergieanlagen steigen würde.


Insgesamt habe sich die Schleswag seit Anfang der neunziger Jahre, seitdem das Stromeinspeisungsgesetz wirksam sei, beim Ausbau der Windenergie in Schleswig-Holstein maßgeblich engagiert, erläuterte der Vorstand. So seien mittlerweile rund 893 Megawatt (MW) Leistung aus Windenergieanlagen im Versorgungsgebiet der Schleswag installiert. Im Stadium der Beantragung bzw. Planung befänden sich zusätzlich 1400 MW Leistung aus Einzelanlagen bzw. Windenergieparks. Allein im zurückliegenden Jahr hätte die Schleswag 170 MW Leistung neu installiert. Schleswig-Holstein habe sich damit in die Weltspitze vorgearbeitet und auch die USA und Dänemark bei der Nutzung der Windenergie hinter sich gelassen. Es sei daher positiv und längst überfällig, dass die Lastenverteilung der finanziellen Unterstützung der Windenergiebranche neu geregelt werden solle. Jedoch sollten nach dem Gesetzentwurf erstmals die Netzbetreiber mit fünfzig Prozent an den Netzausbaukosten finanziell beteiligt werden. "Dies führt einerseits abermals zu möglicherweise steigenden Mehrbelastungen und außerdem birgt es Konfliktpotential dadurch, dass die Netzanschlusskosten nicht von den Ausbaukosten abgegrenzt sind", sagte der Vorstand. Ein taugliches Gesetz müsse unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten aber vermeiden.