Kurios

Schleichwerbung für Ökostrom in der "Lindenstraße"?

Marketing-Magazin "werben und verkaufen": Andy Zenker und Hajo Scholz rufen zum Wechsel auf - und machen mobil via Internet.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com
Die populäre ARD-Serie "Lindenstraße" ist ins Visier der Landesmedienanstalten geraten - diese werfen den Machern der Sendung vor, Schleichwerbung für Ökostrom zu machen.

In der Serie kämpfen Taxifahrer Andy Zenker und der stotternde Hajo Scholz mit der Initiative "Ohne mich" für Ökostrom: Mit ihren Stammtischkollegen Erich und Hans wetten sie, dass sie es schaffen, mindestens 5000 Menschen zum Umstieg von Atom- auf Ökostrom zu bewegen. In der Folge vom kommenden Sonntag (1. Juli) stellen sie deshalb - für die Zuschauer sichtbar - eine entsprechende Website ins Netz, die tatsächlich existiert. Dies berichtet das Marketing-Magazin "w&v - werben und verkaufen" in seiner aktuellen Ausgabe.

Die Web-Adresse ist mit dem Internet-Angebot der Lindenstrasse verknüpft - und dort bekommen Besucher die Namen und Internet-Adressen von Ökostrom-Anbietern genannt. Für Wolfgang Thaenert, Leiter der Stelle Werbung der Landesmedienanstalten, riecht die Szene nach Schleichwerbung: "In einer fiktiven Serie hätte es genügt, eine fiktive Adresse einzublenden", meint der Fernsehexperte.

Hans W. Geißendörfer, Produzent und Regisseur der "Lindenstraße" und erklärter Gegner der Kernenergie, freut sich indes über die gelungene Aktion: "Wir konnten ja nicht sagen: Leute, kauft euren Strom bei einem bestimmten Anbieter. Aber wir haben unsere Wege gefunden." Die Idee sei aus reinem Idealismus entsprungen und laufe ohne irgendeine Form von Gegenleistung der Ökostrom-Anbieter ab.