Festhalten am Ausstieg

Scheer: Ausstieg vom Atomausstieg nur mit Schwarz-Gelb

Der SPD-Energiepolitiker Hermann Scheer rechnet nicht mit Nachverhandlungen zum Atomausstieg. "Der Ausstieg aus dem Atomausstieg wird in Deutschland nur kommen, wenn Union und FDP nach der Bundestagswahl eine Mehrheit haben. Jede andere Regierungskonstellation wird am Atomausstieg festhalten", so Scheer.

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Hannover (ddp/sm) - Das SPD-Vorstandsmitglied wandte sich entschieden dagegen, die steigenden Ölpreise mit einer Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke zu beantworten. "Nach dem Motto vorzugehen, wir befanden uns zwar auf dem falschen Weg, jetzt müssen wir ihn etwas weiter gehen, halte ich für irrational", sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Der Energiepolitiker, der ehrenamtlich für die Umweltschutzorganisation Eurosolar tätig ist, warnte davor, auf emissionsfreie Kohlekraftwerke zu setzen, wie sie Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) befürwortet. Scheer: "Die Kohlendioxidabscheidung kann technisch funktionieren, führt aber zu unglaublichen Kosten. Eine Jahresmenge aus allen deutschen Kohlekraftwerken würde eine unterirdische Lagerkapazität von 15 Kubikkilometern erfordern." Eine solche Lagerkapazität gebe es nicht. Die Kraftwärmekopplung sei "eindeutig der effizientere Weg".