Greenwashing

Scharfe Kritik an geplanter CO2-Kennzeichnung für Autos

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die von der Bundesregierung geplante CO2-Kennzeichnung für Autos scharf kritisiert. Sie sei in der ausgehandelten Form "ökologisch nicht zielführend", erklärte der VCD am Montag in Berlin. Fahrzeuge mit hohem Gewicht würden eindeutig bevorzugt.

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Berlin (afp/red) - Fahrzeuge mit hohem Gewicht würden bevorzugt. Laut dem Plan der Bundesregierung sollen Neufahrzeuge künftig nach einer farbigen Energieeffizienzskala von A bis F gekennzeichnet werden. Die Energieeffizienz der Autos soll nach dem Kohlendioxid-Ausstoß und dem Gewicht der Autos ermittelt werden.

Nach eigenen Berechnungen des VCD bekäme etwa der Porsche Cayenne Hybrid mit 380 PS und einem CO2-Ausstoß von 193 Gramm pro Kilometer die Kennzeichnung B, der Audi Q7 3.0 TDI Clean Diesel mit einem CO2-Ausstoß von 219 Gramm pro Kilometer ein C, moderne effiziente Kleinwagen wie der Toyota Aygo, der Citroën C1 und der Peugeot 107 mit einem CO2-Ausstoß von 106 Gramm pro Kilometer und einem Verbrauch von 4,5 Litern Benzin hingegen ein D. Für ein A müssten diese Modelle unter einen Verbrauch von 3,5 Liter kommen, ein 2,5 Tonnen schwerer Pkw hingegen dürfte acht Liter verbrauchen und bekäme dennoch ein A.

"Es geht nicht um Klimaschutz, sondern nur um die Verkaufsinteressen der deutschen Autoindustrie, die ihre Dickschiffe absetzen will", kritisierte der VCD. In "Geheimverhandlungen" zwischen Bundeswirtschaftsministerium und den deutschen Autoherstellern sei ein Kompromiss erzielt worden, der vor allem darauf abziele, neuen, schweren Nobelkarossen ein grünes Mäntelchen umzuhängen. Der VCD forderte Bestnoten nur für Fahrzeuge, die wirklich richtungsweisend seien, und kündigte einen Alternativvorschlag an.