Gitb "nichts Besseres"

Schäuble sieht in Terrorgefahr kein Argument gegen die Kernkraft

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht in der Terrorgefahr kein Argument gegen die Kernenergie. Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) will gar die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke zur Bedingung einer künftigen Koalition im Bund machen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Schäuble sagte der Wochenzeitung "Die Zeit": "Ich kann nicht wegen des internationalen Terrorismus sagen, dann machen wir die Lichter aus, weil wir die Kraftwerke nicht mehr schützen können." Zwar werde die Menschheit hoffentlich "bald ausreichend andere Energien entwickeln". Solange es "nichts Besseres" gebe, müsse man aber "für einen vernünftigen Mix sorgen".

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) warb für Korrekturen am geplanten Atomausstieg. Der CDU-Vizechef sagte dem Magazin "Stern", längere Laufzeiten von Kernkraftwerken müssten "mehrheitsfähig werden". Allerdings sehe er keine "Gesellschaftsfähigkeit für den Bau neuer Kernkraftwerke".

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt mahnte dagegen, dieses Thema dürfe kein Tabu sein. Er sagte der "Bild"-Zeitung: "Wir dürfen uns auch dem Bau neuer Kernkraftwerke nicht verschließen, damit Energie für Bürger und Wirtschaft dauerhaft bezahlbar bleibt." Kernkraft sei "ein wirtschaftlicher, sicherer und klimafreundlicher Energielieferant".

Beckstein: Atom-Weiternutzung Bedingung für künftige Koalition

Beckstein forderte, die Union müsse "die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke zur Bedingung einer künftigen Koalition im Bund machen". Der CSU-Politiker sagte der Tageszeitung "Die Welt": "Wir brauchen eine Energiepolitik, die für ein Industrieland angemessen ist. Und dazu gehört auch die Weiternutzung der Atomenergie."