Endlager-Suche

Schacht Konrad soll ab 2022 Atommüll aufnehmen

Das ehemalige Bergwerk Schacht Konrad soll laut jüngster Aussage von Bundesumweltministerin Hendricks bis 2022 für die Aufnahme von radioaktivem Müll bereitstehen. Das Endlager wird jedoch nicht für hoch radioaktiven Müll genutzt werden. Für den muss bis 2031 ein weiteres Lager gefunden werden.

Atomstrom© dasglasauge / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Das zentrale deutsche Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, Schacht Konrad in Salzgitter, soll in spätestens acht Jahren fertig sein. "Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass wir im Jahr 2022 Schacht Konrad in Betrieb nehmen können", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Montag in der beim Bundestag angesiedelten Endlager-Kommission. Dabei bezog sie sich auf Angaben des für den Bau zuständigen Unternehmens DBE.

Seit Jahren verzögert sich die Fertigstellung, zuletzt war das Startdatum 2019 kassiert worden. Das Endlager ist wichtig, damit der Rückbau der stillgelegten Atomkraftwerke abgewickelt werden kann.

Weiteres Endlager bis 2031

Konrad ist für 303.000 Kubikmeter genehmigt. Dort sollen 95 Prozent der radioaktiven Abfälle aus deutschen Kernenergieanlagen eingelagert werden - sie machen aber nur ein Prozent der Radioaktivität aus. Für die hoch radioaktiven Abfälle soll bis 2031 ein Endlager gefunden sein. Bis 2016 soll die 33-köpfige Kommission zunächst die Grundlagen für die neue Suche erarbeiten.

Hendricks: Debatte ohne Denkverbote

Angesichts vieler Konflikte und eines schleppenden Kommissionsstarts mahnte Hendricks eine ehrliche und kreative Debatte an, ohne Denkverbote. Bei dem im Suchverfahren verbleibenden Salzstock Gorleben habe man mit dem Beschluss für eine beschränkte Offenhaltung einen sinnvollen Kompromiss zwischen einer Verfüllung und der Weitererkundung gefunden. Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) mahnte mehr Konsensbereitschaft an, der Atommüll könne nicht ewig in den Zwischenlagern verbleiben.

Quelle: DPA