Endlager

Schacht Konrad: Glos und Gabriel streiten um Vorgehen

Gestern bestätigte das niedersächsische Oberverwaltungsgericht die Nutzung des ehemaligen Erzbergwerks Schacht Konrad in der Nähe der niedersächsischen Stadt Salzgitter als atomares Endlager - heute gibt es über das weitere Vorgehen Streit zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium. Nichts Neues!

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Schon zwischen ihren Vorgängern, Jürgen Trittin und Wolfgang Clement, gab es des Öfteren Streit um energiepolitische Entscheidungen und jetzt sind sich offensichtlich erstmals auch die amtierenden Chefs von Wirtschafts- und Umweltministerium nicht einig: Einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge streiten Wirtschaftsminister Michael Glos und Umweltminister Sigmar Gabriel über Schacht Konrad.

Gestern hatte das niedersächsische Oberveraltungsgericht das ehemalige Erzbergwerk in der Nähe von Salzgitter als atomares Endlager bestätigt. Gabriel - als ehemaliger Niedersächsischer Ministerpräsident durchaus im Thema - hatte eher zögerlich reagiert. Bevor das zuständige Bundesamt für Strahlenschutz erste Maßnahmen ergreife, wolle er abwarten wie über die von den Klägern angekündigte Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision entschieden würde, teilte er gestern mit.

Glos hingegen soll den Kollegen in einem Brief aufgefordert haben, alles Notwendige zu veranlassen, um die Umrüstung zu einem Endlager zügig starten zu können. Die bereits getätigten Investitionen von über 800 Millionen Euro "machen aus wirtschaftlicher Sicht eine Realisierung von Schacht Konrad dringend erforderlich".

Gabriel, der den Eingang des Briefes bestätigte, forderte Glos auf, den Koalitionsvertrag einzuhalten. In ihm sei festgelegt, dass in Schacht Konrad keine Baumaßnahmen vor Abschluss des Hauptsacheverfahrens erfolgen.

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