Siemens bietet Widerstand

Sarkozy will Siemens bei Atomkonzern Areva NP ausbooten

Frankreichs Präsident Sarkozy will angeblich Siemens aus dem deutsch-französischen Atomkonzern Areva NP ausbooten. Sarkozy plane die Schaffung eines französischen Energiekonzerns für den Kraftwerksbau unter rein französischen Dach. Siemens will aber an seiner seiner Beteiligung festhalten.

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München (ddp/sm) - Der Münchener Technologiekonzern Siemens will an seiner Beteiligung an der auf Nukleartechnik spezialisierten Areva NP festhalten. Unternehmenssprecher Wolfram Trost verwies auf Nachfrage der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Sonntag auf eine entsprechende Aussage des Vorstandsvorsitzenden der Sparte Power Generation, Klaus Voges, von vor zwei Wochen.

Die "Wirtschaftwoche" berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wolle Siemens aus dem deutsch-französischen Atomkonzern Areva NP mit Sitz in Erlangen verdrängen. Er plane die Schaffung eines großen französischen Energiekonzerns, der den Bau von nuklearen und fossilen Kraftwerken unter einem rein französischen Dach vereine. Sarkozy wolle den staatlichen Atomkonzern Areva mit dem französischen Energiekonzern Alstom und dem Bau- und Infrastrukturkonzern Bouygues fusionieren.

Den Angaben zufolge soll Alstom-Chef Patrick Kron das Unternehmen leiten. Deshalb wolle Frankreich die 34 Prozent, die Siemens an Areva NP halte, übernehmen. In Branchenkreisen werde der Wert auf rund drei Milliarden Euro geschätzt. Zu diesen Details wollte sich der Siemens-Sprecher nicht äußern.

Als der frühere Siemens-Vorstandsvorsitzende Heinrich von Pierer 2001 das gesamte Siemens-Nukleargeschäft in das französisch-deutsche Gemeinschaftsunternehmen einbrachte, wurde laut "Wirtschaftswoche" vertraglich festgelegt, dass die Franzosen als Haupteigentümer von Areva NP frühestens 2009 und spätestens 2011 die Option haben, den Siemens-Anteil zu übernehmen.

Der Ausstieg aus dem Nukleargeschäft wäre für Siemens ein herber Verlust. Areva NP ist weltweit führend in der Entwicklung und im Bau von Kernkraftwerken, im Service und der Modernisierung sowie bei der Versorgung von Kernkraftwerken mit Brennelementen. Allerdings will sich Siemens offenbar nicht kampflos von seiner Beteiligung trennen: Siemens-Chef Peter Löscher hoffe auf die Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, schreibt die "Wirtschaftswoche".