Warmer Pullover

Sarazzin erntet Kritik für Äußerungen zum Energiesparen

Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hat mit Äußerungen zum Energiesparen scharfe Kritik von Linkspartei, CDU und Grünen ausgelöst. Politiker der drei Parteien warfen Sarrazin soziale Kälte vor. Sarrazin hatte mit Blick auf die hohe Heizkosten gesagt, mit einem dicken Pullover könne man auch bei 15 oder 16 Zimmertemperatur "vernünftig leben".

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Berlin/Düsseldorf (ddp/sm) - Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken im Bundestag, Ulrich Maurer, sagte: "Gegen soviel soziale Kälte helfen auch keine Pullover." Maurer schlug vor, Sarrazins Büro ins Kühlhaus zu verlegen. Dort könne er dann im Pullover versuchen, wieder einen kühlen Kopf zu bekommen.

Die stellvertretende Parteivorsitzende der Linken, Halina Wawzyniak, bezeichnete die Aussage als arrogant und zynisch. Sarrazin solle sich lieber Gedanken machen, wie, angesichts der steigenden Energiepreise, einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für sozial Schwache in Berlin entgegengewirkt werden könne.

Berlins CDU-Generalsekretär Frank Henkel betonte, mit seinem "abgehobenen Ratschlag" habe sich Sarrazin endgültig aus der Reihe der ernstzunehmenden Politiker verabschiedet. "Ihm scheint wohl die Hitze nicht zu bekommen", mutmaßte Henkel.

Der Berliner Grünen-Energieexperte Michael Schäfer empfahl Sarrazin eine kalte Dusche. Dies spare Energie, rege die Durchblutung an und könne helfen, wieder auf bessere Ideen zu kommen.