PSÜ-Ergebnisse

Sander: Kernkraftwerk Unterweser so sicher wie neue Anlagen

Das seit 1978 betriebene AKW Unterweser besitzt nach Einschätzung von Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) einen hohen Sicherheitsstandard und müsse einen Vergleich mit jüngeren Anlagen in Deutschland nicht scheuen. Die Grünen warfen dem niedersächsischen Umweltminister jedoch Atomlobbyismus vor.

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Hannover (ddp-nrd/sm) - Der Sicherheitsstandard erreiche ebenso gute Ergebnisse, wie sie von der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA für zukünftige neue Anlagen angegeben würden, sagte Sander unter Berufung auf die Periodische Sicherheitsüberprüfung (PSÜ) des Kernkraftwerks. Es ergebe deshalb "überhaupt keinen Sinn, die Sicherheit von Kernkraftwerken allein nach ihrem Alter zu beurteilen".

Grünen-Fraktionsvize Ina Korter nannte Sanders Aussage, das Atomkraftwerk Esenshamm sei so sicher wie ein neues Kraftwerk, "blanken Hohn". Der Minister spiele die zahlreichen Pannen herunter. "Allein die Tatsache, dass der Ausfall von Kühlsystemen monatelang nicht entdeckt wurde, zeigt doch, wie mangelhaft die Sicherheitskultur dort entwickelt ist", sagte Korter. Nach heutigen Sicherheitsanforderungen wäre der Reaktor in Esenshamm aufgrund der unzureichenden Stärke der Reaktorkuppel auf keinen Fall genehmigungsfähig.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der E.ON Kernkraft GmbH, Erich K. Steiner, hatte zuvor die Ergebnisse der PSÜ vorgestellt. Dabei waren der Sicherheitsstatus, die Betriebsführung sowie das Sicherheitskonzept der Anlage untersucht worden. Für die Überprüfung gelten bundeseinheitliche Leitfäden, die den Angaben zufolge dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen. Die PSÜ wurde von der E.ON in Eigenverantwortung vorgenommen.