Nicht zuständig

Sammelklage gegen EWE nach Hannover verwiesen

Das Landgericht Aurich hat sich am Freitag als unzuständig für eine Sammelklage gegen die Erdgaspreiserhöhung des Oldenburger Energieversorger EWE erklärt. "Die Akte wird nach Hannover geschickt", sagte ein Gerichtssprecher im ostfriesischen Aurich.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Aurich (ddp-nrd/sm) - Die Kläger seien an das Landgericht Hannover verwiesen worden, weil die dortige Kammer für Handelssachen für Vorschriften nach dem Kartellgesetz zentral zuständig sei.

Die Sammelklage war von 64 Kunden des Unternehmens eingereicht worden. Sie fordern unter anderem die Offenlegung der Preiskalkulation. Die EWE hatte die Gaspreise zuletzt dreimal erhöht: im September 2004 um 13,2 Prozent, im August 2005 um 14,2 Prozent und im Januar dieses Jahres noch einmal um 9,8 Prozent. Begründet wurden die Verteuerungen jeweils mit den gestiegenen Einkaufspreisen auf dem Weltmarkt.

Aus gleichem Grund sollen die Preise zum 1. November nach Unternehmensangaben erneut um 5,9 Prozent angehoben werden. Eine Kilowattstunde Gas kostet dann netto 4,51 Cent. Laut EWE bedeutet die erneute Preiserhöhung für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 30.000 Kilowattstunden monatliche Mehrkosten in Höhe von 7,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Unterdessen hat die Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz aus dem ostfriesischen Leer am Freitag die EWE aufgefordert, ihre Preiskalkulation offen zu legen. Janssen-Kucz wies in diesem Zusammenhang auf das Vorgehen des Hamburger Energieversorgers E.ON Hanse hin, der Grundzüge seiner Kalkulation im Herbst vergangenen Jahres aufgrund einer Sammelklage von 54 Kunden veröffentlicht hatte. Zudem sei die EWE kein rein privatwirtschaftliches Unternehmen, sondern im kommunalen Besitz. Janssen-Kucz: "Das erfordert ein besonderes Maß an Transparenz."

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