Wirtschaftskraft aus Ökostrom

Sachsen setzt auf Alternativ-Energie

Bei einer Besichtigung des Zentrums für Technologiestrukturentwicklung Region Riesa-Großenhain GmbH (ZTS) verschaffte sich der sächsische Wirtschaftsminister Martin Gillo einen Überblick über das Wachstumspotenzial bei der Herstellung von Technologien zur Gewinnung von Strom aus alternativen Energien.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Glaubitz (ddp-lsc/sm) - Sachsen sieht in Technologien zur Gewinnung alternativer Energien erhebliches wirtschaftliches Wachstumspotenzial. Vor allem bei der Entwicklung von Solar- und Brennstoffzellen sowie bei der Energieerzeugung aus Biomasse ergäben sich gute Marktchancen, sagte Wirtschaftsminister Martin Gillo (CDU) am Dienstag in Glaubitz beim Besuch im Zentrum für Technologiestrukturentwicklung Region Riesa-Großenhain GmbH (ZTS).

Voraussetzung sei, dass der Sektor im Freistaat schneller wachse als in anderen Regionen. Daher nähmen Zentren wie das ZTS bei der Entwicklung neuer Technologien eine wichtige Funktion ein. Gillo betonte, vorrangiges Problem der Firmen sei weiterhin, das notwendige Anschubkapital zu finden, um mit neuen Ideen auf den Markt zu kommen. Der Freistaat werde jedoch seine Möglichkeiten nutzen, um neue Geldgeber aufzutun.

Anschubfinanzierungen aus öffentlichen Mitteln lehnte Gillo allerdings ab. Es könne nicht Aufgabe des Landes sein, als Kapitalgeber der Wirtschaft zu fungieren. "Unsere Rolle ist, den Firmen zu helfen, sich selbst zu helfen", sagte er.

Derzeit wird am ZTS mit Unterstützung Sachsens unter anderem an einer so genannten Polymer-Elektrolyt-Membran-Brennstoffzelle gearbeitet. Diese Technologie ist für die dezentrale Stromversorgung von Gebäuden gegeignet. Sie besitzt einen hohen Wirkungsgrad und ist emissionsarm. Zugleich kann die entstehende Abwärme für Heizungen sowie zur Warmwasserbereitung genutzt werden. 2005 beginnt laut ZTS die Pilotfertigung, frühestens ab 2008 soll die Neuheit regulär auf den Markt kommen.

Aktuell sind unter dem Dach des 1991 gegründeten ZTS 26 Firmen unterschiedlicher Branchen mit insgesamt 54 Mitarbeitern angesiedelt. Gesellschafter sind unter anderem der Landkreis sowie die Kreissparkasse Riesa-Großenhain. Nach Ministeriumsangaben gibt es in Sachsen momentan 21 vergleichbare Technologie- und Gründerzentren.