9 Prozent gekürzt

Sachsen: Netzentgeltkürzung kommt kaum bei Verbrauchern an

Die Kürzung der beantragen Stromnetzentgelte durch die sächsische Landesregulierungsbehörde wird für Verbraucher lediglich geringe Auswirkungen haben. Zwar ergeben sich laut Wirtschaftsministerium Einsparungen von über 16 Millionen Euro, für den Einzelnen ist dies jedoch kaum spürbar, kritisieren Verbraucherschützer.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Zwar hob Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) hervor, dass sich für einen durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt eine Einsparung von jährlich rund 20 Euro ergebe, falls die Unternehmen die Kürzung auch an die Verbraucher weitergeben. Selbst dann entspreche die Summe indes monatlich lediglich "zwei Kugeln Eis" pro Person, kritisierte der Energieexperte der sächsischen Verbraucherschutzzentrale, Roland Pause, in Leipzig.

Vor allem erst in Zukunft anfallende Planungskosten waren nach Angaben des Wirtschaftsministeriums im Genehmigungsverfahren nicht anerkannt worden. Jurk zufolge betragen die Kürzungen im Schnitt rund neun Prozent. Nach seiner Rechnung ergeben sich dadurch für die Verbraucher Einsparungen von mehr als 16 Millionen Euro.

Die Landesregulierungsbehörde ist zuständig für alle Betreiber, die ihr Netz nur in Sachsen haben und weniger als 100.000 Kunden beliefern. Größere Anbieter werden von der Bundesnetzagentur überprüft. Sachsen hat laut Ministerium im Gegensatz zur Bundesnetzagentur und zu anderen Bundesländern eine zweite Genehmigungsrunde der Netzentgelte durchgeführt. Die Kostenprüfung sei Basis für die ab Januar 2009 geltende Regulierung. Eine erste Genehmigungsrunde endete im Juli 2007.