Bescheide

Sachsen: Ministerium drosselt Strompreiserhöhungen der Stadtwerke

Fast alle regionalen Stromversorger in Sachsen müssen Abstriche von ihren geplanten Preiserhöhungen zum 1. Januar 2007 vornehmen. Die zuständige Energieaufsichtsbehörde im Wirtschaftsministerium kürzte die geplanten Preissteigerungen bei 34 der insgesamt 39 Anbieter.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Wie Ressortchef Thomas Jurk (SPD) am Montag in Dresden mitteilte, steigen damit die Grundversorgungspreise der Stromversorger den Angaben zufolge im Durchschnitt im Vergleich zum laufenden Jahr um 8,7 Prozent.

Mit enviaM habe ein großer Regionalversorger seine ursprünglichen Pläne für eine Preiserhöhung um 1,75 Cent pro Kilowattstunde vollständig aufgegeben, hieß es weiter. Die Erhöhung der Nettostrompreise der Stadtwerke Leipzig wurden um durchschnittlich 9,3 Prozent genehmigt. Beantragt hatte das unternehmen eigenen Angaben zufolge durchschnittlich 10 Prozent. Damit steigt der Preis für den Allgemeinen Tarif/ Grundversorgung Haushalt in Leipzig ab Anfang 2007 um 1,85 Cent je Kilowattstunde netto ohne Mehrwertsteuer. Die Strompreise für das Gewerbe steigen ebenfalls zum Jahresbeginn um durchschnittlich 9,3 Prozent, nämlich um 1,75 Cent netto. Die Mehrwertsteuer wird um drei Prozentpunkte steigen. Die anderen Anbieter mussten Kürzungen ihrer Pläne zwischen 0,09 Cent und 1,3 Cent pro Kilowattstunde hinnehmen. Dies entspricht laut Ministerium einer Reduzierung ihrer ursprünglichen Preisanstiege um durchschnittlich 16 Prozent.

Jurk betonte, dass die Unternehmen einen Rechtsanspruch auf die Genehmigung ihrer Preispläne haben, wenn sie alle Unterlagen bei der Aufsicht vorlegen und dabei nachweisen könnten, dass sie tatsächlich nur die entstandenen Mehrkosten an die Verbraucher weitergeben. Wenn es nach seinem politischen Willen gegangen wäre, hätte er "alle Antragsteller ohne Wenn und Aber nach Hause geschickt".

Ohne Abstriche kam lediglich eine Handvoll Anbieter davon: Den fünf örtlichen Stromversorgern in Chemnitz, Kamenz, Löbau, Oelsnitz und Werdau wurden die geplanten Preiserhöhungen in voller Höhe genehmigt.