Zwischen Leipzig und Chemnitz

Sachsen macht Sonne zu Geld

Die Region zwischen Leipzig und Chemnitz schlägt aus ihrer sonnenbegünstigten Lage zunehmend Kapital. Zu den bereits existierenden neun Solaranlagen sollen nach Angaben des Landesamtes für Umwelt und Geologie in Dresden in den nächsten Monaten und Jahren noch elf weitere hinzukommen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Leipzig (ddp-lsc/sm) - Geplant ist in Brandis bei Leipzig auch eines der größten Solarkraftwerke Europas. Auf einer Fläche von 140 Hektar sollen die Silizium-Module zwischen 40 und 70 Megawatt Strom erzeugen. Dies entspreche dem Verbrauch von bis zu 19 000 Haushalten, sagte der zuständige Referent im Landesamt, Hans-Jürgen Schlegel.

Nach Einschätzung des Bundesverbands Solarwirtschaft hat sich das Länderdreieck zwischen Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg mittlerweile zum weltweit erfolgreichsten Produktionsstandort für Solar-Module hochgearbeitet. "Wir finden hier die weltweit größte Ballung an Produzenten", sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Carsten Körnig. Grund dafür sei zum einen das frühe Engagement von Bayer, aus dem in Freiberg dann Solarworld hervorgegangen sei, und zum anderen eine geschickte Ansiedlungspolitik.

Die Region zwischen Leipzig und Chemnitz profitiert nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes vom so genannten Lee-Effekt: Regenwolken, die mit der vorherrschenden Nordwest-Wetterlage vom Atlantik über den Kontinent ziehen, regnen sich über dem Harz ab, so dass auf der windabgewandten Seite (Lee) des Gebirges weniger Wolken das Wetter bestimmen und daher die Sonne länger scheinen kann.

In Brandis laufen die Planungen für die Sonnenfabrik auf Hochtouren. Die Entwürfe für den Bebauungsplan seien verabschiedet, jetzt gehe es in die öffentliche Anhörung, sagte Bürgermeister Andreas Dietze (CDU). Im Herbst sollen dann alle Voraussetzungen gegeben sein, um mit dem Bau auf dem alten Militärflughafen beginnen zu können. Die geplante Leistung von bis 70 Megawatt könnte die bisherige Leistung in Sachsen auf einen Schlag vervielfachen: Bisher liefern die Sonnenkollektoren im Freistaat nach Berechnungen des Landesamtes 16 Megawatt Strom.

Beim Betreiber der künftigen Großanlage, der Mainzer Firma juwi solar GmbH, stehen die Details der Planung indes noch nicht fest. In zwei Monaten wolle man mit exakten Daten an die Öffentlichkeit gehen, sagte Geschäftsführer Lars Falck. An dem Projekt selbst werde aber nicht mehr gerüttelt. Wenn Brandis ans Netz geht, gehört Sachsen zu den größten Produzenten erneuerbarer Energien in Deutschland. Schon jetzt kämen 10,5 Prozent des verbrauchten Stroms aus umweltfreundlichen Energien, sagt Hans-Jürgen Schlegel vom Landesamt. Mit der neuen Fabrik und allen anderen geplanten Anlagen komme Sachsen dann auf eine Leistung von bis zu 120 Megawatt allein aus Sonnenkraft.

Von Matthias Hasberg