Bis zu 20 Prozent

Sachsen: Landesregulierungsbehörde kürzt Gasnetzentgelte

In Sachsen müssen zehn Netzbetreiber rückwirkend zum 1. Januar die Gasnetzentgelte kürzen. Die im Wirtschaftsministerium angesiedelte Landesregulierungsbehörde hatte bei 32 Gasnetzbetreibern geprüft, ob die Kosten für die Nutzung ihrer Netze gerechtfertigt sind.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Bei der Netzgesellschaft mbH Chemnitz, der Stadtwerke Riesa GmbH, der Ver- und Entsorgungswerke Bad Muskau GmbH, der Stadtwerke Döbeln GmbH, der Rheingas Handel GmbH & Co. KG, der Stadtwerke Elbtal GmbH, der Stadtwerke Eilenburg GmbH, der Energie- und Wasserwerke Bautzen, der Stadtwerke Zittau GmbH sowie der Stadtwerke Marienberg GmbH sind die Prüfungen abgeschlossen, wie das Ministerium am Sonntag in Dresden mitteilte. Sie müssen ihre Entgelte um bis zu 20 Prozent, im Durchschnitt um rund 8 Prozent kürzen. Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) forderte, die Preisvorteile an die Verbraucher weiterzugeben.

"Die steigenden Gaspreise machen Verbrauchern und Unternehmen seit Jahren zu schaffen. Das hauptsächliche Problem ist der fehlende Wettbewerb, der es Kunden in Sachsen unmöglich macht, zu einem günstigeren Lieferanten zu wechseln", erklärte Jurk. Da jetzt Netzentgelte und Gesamtpreis für Gas bekannt seien, ließen sich in Zukunft die Anbieter leichter vergleichen. Die Abzocker seien dann leicht zu entlarven, so der Minister.

Die Kosten für die Durchleitung von Gas sind Bestandteil des Gaspreises. Der Anteil der Netzkosten am Gaspreis variiert den Angaben zufolge in Sachsen zwischen 7 und 22 Prozent.

Die Landesregulierungsbehörde Sachsen ist zuständig für die Unternehmen, die ihr Netz ausschließlich in Sachsen haben und die weniger als 100.000 Kunden beliefern. Das seien 37 Anbieter. Bei den vom Prüfungsumfang größeren Netzbetreibern Leipzig, Zwickau, Drewag, Enso und Delitzsch soll die Prüfung im April abgeschlossen sein. Die länderübergreifenden und größeren Anbieter werden von der Bundesnetzagentur in Bonn überprüft. Von dort werden laut Ministerium weitere Senkungen der Netzentgelte im zweistelligen Prozentbereich erwartet.