Mehr Erneuerbare

Sachsen kündigt Aktionsplan "Klima und Energie" an

Nach der verfehlten Einigung auf ein sächsisches Energieprogramm will die CDU/SPD-Koalition nun einen "Aktionsplan Klima und Energie" vorlegen. Dieser solle nach der kabinettsinternen Abstimmung noch vor der Sommerpause im Landtag vorgestellt werden, kündigte Umweltminister Roland Wöller (CDU) an.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Festgeschrieben würden in dem Papier "konkrete Maßnahmen" auf den Feldern Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Am Widerstand der CDU war Koalitionspartner SPD vor einem Jahr mit dem Versuch gescheitert, ein neues sächsisches Energieprogramm zu beschließen. In dem Entwurf, der ein Papier von 2004 ablösen sollte, hatte Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) für den Freistaat bis 2020 einen Ausbau der erneuerbaren Energien auf 25 Prozent des Gesamtstromverbrauchs festschreiben wollen und bis 2050 auf 60 Prozent.

Wöller zufolge stieg dieser Anteil in den vergangenen Jahren von 6,4 auf 11,4 Prozent. Am Dienstag erklärte er, dass bis 2020 "beim Stromverbrauch 25 Prozent drin" seien. Wöller, der erst seit Ende September 2007 Umweltminister ist, hält nach eigenen Angaben zudem am 100-Prozent-Ziel für das Jahr 2100 fest. Dafür gebe es Potenziale in der Biomasse, der Solarenergie und der Geothermie.

Bei der Vorstellung des Umweltberichts für 2002 bis 2006 ging Wöller auch auf das Problem der Flächenversiegelung ein. Die für Verkehrswege und Siedlungszwecke versiegelte Fläche habe 2006 knapp 218.000 Hektar und damit zwölf Prozent der Landesfläche betragen. Derzeit werde eine Fläche in der Größe von "fünf Fußballfeldern pro Tag" in Sachsen versiegelt. Ziel sei es, diese Menge bis 2020 auf täglich "unter zwei Fußballfelder" zu reduzieren. Dazu sollten unter anderem alte Industrieflächen entsiegelt und im ländlichen Raum Gebäude saniert statt neu gebaut werden.