Braunkohle

Sachsen kritisiert Klimaschutz-Pläne der Bundesregierung

Die Lösung des Klimaproblems sei nicht der Ausstieg aus der Braunkohle, kritisiert der sächsische Umweltminister Tillich. Mit dem vom Bundesumweltministerium geplanten NAP II werde der Braunkohleabbau unwirtschaftlich. Dann müsste man Strom importieren, der zu schlechteren Umweltbedingungen produziert wird.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Sachsens Umweltminister Stanislaw Tillich (CDU) hat die Klimaschutz-Pläne von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) kritisiert. Die Lösung des Klimaproblems könne "nicht in einem kurzfristigen Ausstieg aus der Braunkohle liegen", sagte Tillich der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung" (Samstagausgabe). In Sachsen produzierten die effizientesten Kraftwerke der Welt Strom aus Braunkohle. "Es wäre verrückt, diese zu schließen, weil wir dann Strom aus Ländern importieren müssten, die zu sehr viel schlechteren Umweltbedingungen Strom produzieren", sagte Tillich. Er forderte keine Verbote, sondern Anreize, die den technischen Fortschritt begünstigten.

Das Bundesumweltministerium plant in seinem Gesetz zum so genannten Nationalen Allokationsplan II (NAP II), Braunkohlekraftwerken eine CO2-Menge von maximal 750 Gramm pro Kilowattstunde zuzubilligen. Selbst die weltweit modernsten Braunkohlekraftwerke stoßen aber bisher rund 950 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde aus. Die Produzenten fürchten daher, dass der Abbau von Braunkohle in Deutschland somit unwirtschaftlich wird.

Der Vorstandsvorsitzende des größten ostdeutschen Stromversorgers Vattenfall Europe AG, Klaus Rauscher, bemängelte, der Entwurf der Bundesregierung beeinträchtige in besonderer Weise die Wirtschaftlichkeit der Braunkohle. "Wir brauchen die langfristige Nutzung der Braunkohle in CO2-freien Kraftwerken", sagte er dem Blatt. Diese will Vattenfall ab Ende des kommenden Jahrzehnts in Betrieb nehmen. Die Entwicklung koste allerdings Millionen, die durch den gegenwärtigen Betrieb der Kraftwerke erwirtschaftet werden müssten. Diese Grundlage sieht die Branche wegen der steigenden Auflagen in Gefahr.