Kohleförderung

Sachsen: Braunkohleplan für Heuersdorf fehlt weiter

Für die bevorstehende Abbaggerung des Ortes Heuersdorf liegt nach wie vor kein gültiger Braunkohleplan vor. Die Erstellung des Plans, der Voraussetzung für eine Genehmigung der Kohleförderung ist, verzögere sich "wegen der umfangreichen Umweltauflagen", so ein Sprecher des regionalen Planungsverbands Westsachsen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Mit einer Genehmigung des neuen Braunkohleplans sei erst Ende 2008 zu rechnen. Der alte Plan wurde Ende 2003 vom Oberverwaltungsgericht Bautzen gekippt. Ein neuer Plan sollte ursprünglich bereits 2006 vorliegen.

Unterdessen kritisierten Sachsens Linke, dass die Staatsregierung den Braunkohleabbau fördere, obwohl dieser Natur, Heimat und Kultur zerstöre. Stattdessen sollte auf Wasserkraft gesetzt werden, forderte Umweltexpertin Kathrin Kagelmann. Für die Betriebsgenehmigung der umweltfreundlichen Wasserkraftanlagen müssten Besitzer jedoch "hohe Hürden" nehmen. Daher seien die derzeit rund 300 Anlagen in ihrer Existenz bedroht. Die Linke habe einen Gesetzentwurf eingebracht, um die Genehmigung zu erleichtern.

Kagelmann zufolge erzeugen die bestehenden Anlagen jährlich 259 Gigawattstunden Strom. Nach Angaben des Wasserkraftverbands gehören sie überwiegend Privatbesitzern und erzeugen Strom, indem das Wasser an einem Wehr durch eine Turbine geleitet wird. Weitere 130 stillgelegte Anlagen könnten erneut in Betrieb genommen werden. Sie könnten genug Energie erzeugen, um eine Kleinstadt zu versorgen.

Die CDU kritisierte, die Linke strebe mit ihrem Vorstoß "den ökologischen Kollaps des sächsischen Flusssystems" an. Um die Leistung der Braunkohlekraftwerke zu ersetzen, müssten 118.000 Kleinwasserkraftwerke errichtet werden. Die Wasserkraftkapazitäten in Sachsen seien zu 90 Prozent ausgelastet.