Ausbaupläne

Sachsen: Bis 2010 fünf Prozent aus Erneuerbaren

Sachsen will bis 2010 fünf Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Das seien etwa 4600 Gigawattstunden, sagte Umweltminister Stanislaw Tillich (CDU) in Dresden. Derzeit würden im Freistaat 4,1 Prozent des Energieverbrauchs auf diese Weise gedeckt.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - In den folgenden Jahrzehnten soll dieser Anteil weiter wachsen. "In 100 Jahren wird die Energieversorgung in Sachsen ausschließlich aus erneuerbaren Energien realisiert werden können", sagte Tillich. Der Wegfall fossiler Brennstoffe könne mit erneuerbaren Energien sowie durch deutliche Energieeinsparungen kompensiert werden. Größtes Potential in Sachsen hätten dabei die Photovoltaik, die Nutzung der Erdwärme sowie die Biomasse.

Derzeit gibt es im Freistaat laut Tillich acht Photovoltaik-Großanlagen. Neun weitere befinden sich im Planungs- beziehungsweise Genehmigungsverfahren. Ein Boom sei momentan bei der Nutzung von Biogas zu beobachten, wo sich die eingespeiste Strommenge in den vergangenen vier Jahren versiebenfacht habe, sagte der Minister. 54 Anlagen seien derzeit am Netz oder befänden sich im Bau. Weitere 60 Anlagen sind in Planung. Die bisherige installierte elektrische Leistung beträgt zwischen 17 und 18 Megawatt.

Den größten Anteil an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien hat laut Tillich die Windkraft. Die 714 Anlagen hätten eine Leistung von 730 Megawatt. Geeignete Standorte für Windkraftanlagen würden in Sachsen aber knapp. Potential bestehe noch im Ausbau der vorhandenen Anlagen. Dadurch könnte bis 2020 ein Anteil der Windenergie am Stromverbrauch von 15 bis 20 Prozent erreicht werden.

Bei der Wasserkraft sieht Tillich das Potenzial weitgehend ausgeschöpft. Grund sei der Naturschutz. Die 299 Wasserkraftanlagen in Sachsens Flüssen erzeugen eine Leistung von rund 76 Megawatt.