Ausweitung angekündigt

Sachsen-Anhalt will mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) hat sich für mehr Wettbewerb durch strategische Allianzen auf dem Strommarkt ausgesprochen. Das sei der einzige Weg, um eine echte Senkung der Energiepreise für Bürger und Unternehmen zu erreichen, sagte er am Dienstag in Magdeburg.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Magdeburg (ddp-lsa/sm) - Als einen möglichen Weg sieht Haseloff strategische Allianzen von Stadtwerken. Gemeinsame Netzgesellschaften könnten den großen Anbietern Paroli bieten. Haseloff kündigte an, dass in Sachsen-Anhalt die Gemeindeordnung auf den Prüfstand komme. Künftig solle es möglich sein, dass Stadtwerke auch über ihr eigentliches Versorgungsgebiet hinaus tätig werden können. Das betreffe die Lieferung von Strom ebenso wie die Bereitstellung von Gas.

Der CDU-Politiker kritisierte "einige Stadtwerke", die ihre gestiegenen Kosten an die Endkunden weitergeben, sich aber nicht um mehr Effizienz bemühen würden.

Hintergrund der Überlegungen zu mehr Wettbewerb sind die zum Jahresbeginn in Sachsen-Anhalt gestiegenen Strompreise. Sie liegen jetzt durchschnittlich um 7,3 Prozent höher als 2006. Dabei hatte das Land lediglich drei von 19 Anträgen der Stadtwerke genehmigt, höhere Beschaffungskosten weiterzugeben. Trotzdem seien die Preise gestiegen, sagte Haseloff.

Neben der Mehrwertsteuererhöhung schlagen sich die höheren Nutzungsentgelte für die Netze der Vattenfall Europe Transmission GmbH nieder. Sie betreffen fast ausschließlich die neuen Bundesländer und haben ihre Ursachen in der dort überproportional hohen Einspeisung von Strom aus Windenergie. Die so entstehenden zusätzlichen Kosten können die Netzbetreiber umlegen.