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Sachsen-Anhalt will Biomasse als Energieträger stärken

Die CDU-Landtagsfraktion kündigte heute in Magdeburg eine Reihe von Initiativen an, um Sachsen-Anhalt zu einem führenden Standort für die Gewinnung von Energie aus Biomasse zu entwickeln. Ihr werden nach Studien des Landes ähnlich erfolgreiche Entwicklungschancen eingeräumt wie der Windkraft.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Magdeburg (ddp-lsa/sm) - In Sachsen-Anhalt soll Biomasse als Energieträger stärker zum Einsatz kommen. Ihr werden nach Studien des Landes ähnlich erfolgreiche Entwicklungschancen eingeräumt wie der Windkraft. Die CDU-Landtagsfraktion kündigte heute in Magdeburg eine Reihe von Initiativen an, um Sachsen-Anhalt zu einem führenden Standort für diese Technologie zu entwickeln. Zu Biomasse gehören unter anderem Abfallholz, Stroh, Dung und Klärschlamm.

Boom durch stärkeres Engagement

Bisher würden in Sachsen-Anhalt lediglich fünf Prozent des technisch erschließbaren Biomasse-Potenzials genutzt, sagte der CDU-Wirtschaftsexperte Detlef Gürth. Wenn sich Ingenieure, Maschinenbauunternehmen und Landwirte stärker engagierten, könnten in den kommenden Jahren im Land zwischen 500 und 1000 Biogasanlagen gebaut werden. Diese würden Investitionen zwischen 600 Millionen und einer Milliarde Euro ausmachen und "könnten einen Boom auslösen, der sogar größer ist als in der Vergangenheit bei der Windkraft", sagte Gürth. Etwa elf Prozent des derzeitigen Energieverbrauchs in Sachsen-Anhalt könnten über Biomasse-Anlagen gesteuert werden. Derzeit liegt der Anteil bei zwei Prozent.

Vorteil: Ständige Verfügbarkeit

Im Gegensatz zur Windkraft bestehe der Vorteil dieses Systems in der ständigen Verfügbarkeit, sagte CDU-Umweltexperte Gerhard Ruden. Biomasseverarbeitungsanlagen würden weniger die Landschaft verschandeln als Windräder. Zudem sei Biomasse ein besonders umweltfreundlicher Brennstoff. Die Verarbeitung von Gülle in den entsprechenden Anlagen bedeute ferner weniger Gestank.

Neues Standbein für Landwirte

Derzeit nutzen insbesondere Firmen der Möbelindustrie und Holzverarbeitung Biomasseverarbeitungsanlagen, in denen sie unter anderem auch Produktionsreste verfeuern. Die CDU will jetzt vor allem Landwirten Hilfestellung bei dem kostenintensiven Einstieg geben. Unter anderem sollen so genannte PPP-Projekte (Public-Private-Partnership) mit Energiedienstleistern unterstützt werden, damit Bauern ein weiteres wirtschaftliches Standbein entwickeln können. Gürth bezifferte die Kosten für den Bau einer wirtschaftlich arbeitenden Anlage auf eine Million Euro.

Bundesratsinitiative zur Herauslösung aus Abfallrecht

Zudem wolle sich die CDU-Fraktion im Landtag für eine Bundesratsinitiative stark machen, um landwirtschaftliche Biomasse aus dem Abfallrecht herauszulösen, sagte Gürth. Abfallverwerter und Landwirtschaft sollten getrennt werden, um Genehmigungsverfahren für Biomasseanlagen zu vereinfachen. Bei Entwicklung und Bau kompletter Systeme habe Sachsen-Anhalt das Potenzial für eine Spitzenposition, sagte Gürth. Auch für den Export dieser Anlagen sei ein Markt vorhanden.