Folge des Prüfverfahrens

Sachsen-Anhalt: Stromnetzbetreiber senken Entgelte

Die Strompreise in Sachsen-Anhalt sind laut Wirtschaftsminister Dr. Horst Rehberger wieder wettbewerbsfähig aber noch nicht zufriedenstellend. In Folge des Prüfverfahrens der Landeskartellbehörde haben 20 der 24 einheimischen Stadtwerke ihre Netznutzungsentgelte gesenkt, zwölf Unternehmen sogar um mehr als zehn Prozent.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Insgesamt 20 der 24 Stadtwerke in Sachsen-Anhalt haben in den letzten Wochen ihre Netznutzungsentgelte gesenkt - zwölf Unternehmen sogar um mehr als zehn Prozent. "Die Preissenkungen sind wohl nicht zuletzt Folge des Prüfverfahrens, das die Landeskartellbehörde im Juli vergangenen Jahres gegen zehn Stromnetzbetreiber eingeleitet hatte", vermutet Dr. Horst Rehberger, Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt.

Wettbewerbsfähige Strompreise für den Wirtschaftsstandort

Die Netznutzungsentgelte in Sachsen-Anhalt seien im Vergleich mit anderen Bundesländern deutlich höher gewesen, weshalb die Unternehmen aufgefordert wurden, die Preise zu überprüfen. "Ein starker Wirtschaftsstandort braucht beste Rahmenbedingungen. Dazu gehört auch, dass die Strompreise in Sachsen-Anhalt wettbewerbsfähig sind", begründete Rehberger die Initiative. Vor allem die Industrie profitiere jetzt von den geringeren Stromkosten.

Rehberger: Preise noch nicht zufriedenstellend

Allerdings wies Rehberger darauf hin, dass die derzeitigen Tarife noch immer nicht zufrieden stellten. "Die Senkung der Entgelte ist ein erster Erfolg. Wir werden aber weiterhin sehr genau darauf schauen, in wieweit die Strompreise angemessen sind", kündigte der Minister an. Zu hohe Kosten für Strom seien Gift für die Wirtschaftsentwicklung, gerade wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen oder die Ansiedlung neuer Investoren gehe. "Den Missbrauch einer marktbeherrschender Stellung werden wir nicht zulassen", warnte Rehberger.

Blankenburg und Schönebeck senkten am deutlichsten

Besonders deutlich senkten die Stadtwerke in Blankenburg ihre Preise. Um mehr als 30 Prozent fielen die Netznutzungsentgelte auf jetzt 2,69 Cent pro Kilowattstunde. Um knapp 30 Prozent fielen die Tarife bei den Stadtwerken in Schönebeck. Die Stadtwerke in Haldensleben, Wolfen und Eisleben senkten um jeweils fast 20 Prozent. Nach wie vor haben die Stadtwerke in Magdeburg (SWM) trotz einer Senkung von gut acht Prozent mit 3,46 Cent pro Kilowattstunde mit die höchsten Netznutzungsentgelte im Landesvergleich. Für die SWM und auch die Energieversorgung Industriepark Bitterfeld/Wolfen sind Erörterungen bei der Landeskartellbehörde geplant. Die Behörde ist der Auffassung, dass die bisherigen Senkungen noch nicht ausreichend sind. Bei den Stadtwerken Blankenburg, Halberstadt, Quedlinburg, Wolfen, Schönebeck und Haldensleben hätten die Preissenkungen dazu geführt, dass, das Vorprüfverfahren der Kartellbehörde eingestellt wird.