"Vernünftiger Mix"

Sachsen-Anhalt gibt Studie für neues Energiekonzept in Auftrag

Mit einer in Auftrag gegebenen Studie will das Land Sachsen-Anhalt Auskunft über über Rahmenbedingungen und Preisentwicklungen auf dem Energiemarkt erhalten und ein Energiekonzept erarbeiten. Die Studie soll auch zeigen, ob und wie sich erneuerbare Energien in den Stromkosten niederschlagen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Magdeburg (ddp-lsa/sm) - Das Leipziger Institut für Energetik und Umwelt soll wegen der geplanten Novellierung des Landesenergiekonzeptes wissenschaftlich fundiert Auskunft über die Entwicklung auf den Weltenergiemärkten, über Rahmendaten für das Land und die Entwicklung der Preise geben, sagte Wirtschaftminister Reiner Haseloff (CDU) letzte Woche in Magdeburg. "Das Land braucht einen vernünftigen Mix", fügte er hinzu.

Im Norden des Landes seien derzeit mehrer Investoren unterwegs, die Steinkohlenkraftwerke errichten wollen. Dabei seien die Altmark und ein Standort in der Nähe von Magdeburg im Gespräch, sagte der Minister. Für die Ansiedlung spreche eine günstige geografische Lage. Die Kohle würde aus Südafrika und Australien mit dem Schiff Deutschland erreichen und könnte dann per Binnenschiff über Mittellandkanal und Elbe nach Sachsen-Anhalt kommen.

Neue Braunkohlekraftwerke seien durch die Diskussion um erhöhte EU-Anforderungen an Emissionswerte derzeit "faktisch wegreguliert", so Haseloff. Atomkraftwerke kämen aus politischen Erwägungen nicht in Frage. Bei erneuerbaren Energien habe Sachsen-Anhalt schon einen Anteil von 20,4 Prozent und sei dabei bundesweit Spitze. Das Land wolle in einer weiteren Studie Auskunft darüber erhalten, ob und wie sich der ständig stärker werden Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in den Energiekosten niederschlägt.

Haseloff regte an, in Magdeburg künftig in Zusammenarbeit von Universität und Fraunhofer-Institut zur Speicherung von Windenergie in großen Batterien und in Wasserstoffbehältern von Energie zu forschen. In Sachsen-Anhalt sind im Jahr 2004 rund 15,44 Milliarden Kilowattstunden erzeugt worden.