Vorstoß

Sachsen-Anhalt bewirbt sich um Deutsches Biomasse-Forschungszentrum

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt will das geplante Deutsche Biomasse- Forschungszentrum nach Halle holen. Die offizielle Bewerbung des Landes liegt nach einem Kabinettsbeschluss nunmehr im Bundeslandwirtschaftsministerium, wie das Agrarministerium am Montag in Magdeburg mitteilte.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Halle (ddp/sm) - Mit einer Entscheidung wird frühestens im Juni gerechnet. Das Zentrum soll sich mit Fragen rund um die Nutzung von Biomasse befassen und diese Art der Energiegewinnung in Deutschland fördern.

An Standorten wie Halle, Magdeburg, Quedlinburg und Gatersleben sind Pflanzenbiotechnologie, Züchtungsforschung sowie Agrarwissenschaften bundesweit anerkannte Forschungsschwerpunkte. Hinzu käme ein moderner Maschinen- und Anlagenbau, mehrere starke Chemiestandorte, ein hoher Stand bei der stofflichen und energetischen Biomassenutzung. In Sachsen-Anhalt würden bereits über 50 Prozent des deutschen Bioethanols und knapp 20 Prozent des deutschen Biodiesels hergestellt, hieß es zur Begründung.

Hinter der Bewerbung Sachsen-Anhalts stünden Universitäten, Fachhochschulen, Unternehmen und Verbände. Eine Schlüsselrolle komme dabei dem gemeinnützigen Agrochemischen Institut Piesteritz zu, das als Basisstruktur für das Deutsche Biomasse-Forschungszentrum dienen soll.

Rund fünf Millionen Euro ist Sachsen-Anhalt das Forschungszentrum wert. Sollte der Bund das geplante Forschungszentrum nach Sachsen-Anhalt geben, wollen Land, Stadt Halle sowie die Bio-Zentrum Halle GmbH ein 1,2 Millionen Euro teures Gebäude auf dem halleschen Weinberg Campus errichten. Für drei Jahre stünden insgesamt drei Millionen Euro zur Finanzierung von 20 wissenschaftlichen Stellen zur Verfügung. Der Rest entfalle auf Pilotvorhaben und angewandte Forschung.