Klimaschutzkonzept

Saarlands Umweltminister will erneuerbare Energien ausbauen

Der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU) will den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben. Das sieht das Klimaschutzkonzept 2008 bis 2013 vor, das er am Dienstag vorgestellt hat. Kernpunkte des Konzepts sind Energieeinsparung, höhere Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Damit wolle das Saarland einen Beitrag zur Umsetzung des sogenannten Kyoto-Protokolls leisten, das eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 21 Prozent bis zum Jahr 2012 vorsieht.

Konkret soll die Nutzung der Windenergie in den kommenden Jahren auf rund 200 Megawatt Leistung erhöht werden. Derzeit liegt die Leistung bei 68,6 Megawatt. Ebenso soll die Leistung von Photovoltaik-Anlagen von derzeit 28,5 auf rund 100 Megawatt erhöht werden. Zum Ausbau entsprechender Solarparks ist nach Angaben des Umweltministeriums eine Fläche von etwa 300 Hektar erforderlich.

Zudem sprach sich Mörsdorf für eine Erneuerung des Kraftwerksparks aus. Die bestehenden vier Kohlekraftwerke im Saarland sollten durch neuere Anlagen mit besserem Wirkungsgrad ersetzt werden. Auch ein möglicher Wechsel zu umweltfreundlicheren Gaskraftwerken solle geprüft werden. Mörsdorf fügte hinzu, im Zweifel müsse für eine Übergangszeit auch über eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerke nachgedacht werden.

Opposition kritisiert Klimaschutzkonzept

Bei den Oppositionsparteien stößt das Klimaschutzkonzept der Landesregierung auf starke Kritik. SPD, FDP und Grüne warfen der Regierung am Mittwoch in einer heftig geführten Debatte im Landtag vor, erst nach neun Jahren im Amt ein solches Konzept vorgelegt zu haben.

In der Regierungserklärung sei vieles richtig gewesen, "aber nicht neu", kritisierte Ulrich Commercon (SPD). Zudem sei vieles von dem abgeschrieben, was seine Partei seit Jahren vortrage. Unverständnis äußerte er auch darüber, dass der für Klimaschutz zuständige Minister nicht auch für Verkehr zuständig ist.

"Viele Worte, wenig Visionen", sagte der FDP-Abgeordnete Karl-Josef Jochem. Er kritisierte zudem, dass in dem Konzept keine konkreten Zahlen genannt würden, welche Ziele bis 2013 wie erreicht werden sollten. Auch Jochem forderte eine Zusammenlegung der Verantwortung für Umweltschutz und Verkehr in einem Ministerium für nachhaltige Entwicklung.

Ähnliche Kritik äußerte auch Grünen-Chef Hubert Ulrich. Er forderte konkrete und überprüfbare Ziele und Zahlen. Er verwies darauf, dass es im Saarland nach wie vor keinen Energiebericht gebe. "Damit leben wir energiepolitisch in der Diaspora", unterstrich Ulrich.