Karte mit konfliktarmen Flächen

Saarland will Windenergie-Nutzung weiter steigern

Das Saarland will die Nutzung von Windenergie verfünffachen und hat deshalb eine Karte erstellt, die konfliktarme Eignungsflächen für neue Windrotoren darstellt. Dadurch werden die Risiken, dass Projekte an dem Widerstand von Kommunalpolitikern und örtlichen Bürgerinitiativen scheitern oder verzögert werden, gemindert.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Die Nutzung von Windenergie im Saarland kann verfünffacht werden, ohne dass es zu massiven Konflikten mit dem Naturschutz und den berechtigten Interessen von Anwohnern kommt. Zu diesem Fazit kommt das saarländische Umweltministerium in einer Untersuchung, die Umweltminister Stefan Mörsdorf jetzt vorstellte. Ergebnis dieser Überlegungen ist insbesondere eine Karte, die konfliktarme Eignungsflächen für neue Windrotoren darstellt.

Auf diesen Flächen können selbst bei vorsichtiger Schätzung 100 Megawatt Leistung installiert werden. Das wäre eine Verfünffachung dessen, was sich bisher an Windrädern im Saarland dreht und eine Verdopplung des Ziels, das Mörsdorfs Vor-Vorgänger Leonhardt anvisiert hatte. Dann könnten gut 2,5 Prozent statt aktuell etwa 0,5 Prozent des Stromverbrauchs im Saarland mit Windkraft gedeckt werden. "Alle Eignungsflächen, die wir vorschlagen, sind mindestens 1000 Meter von bebauten Ortslagen entfernt, liegen nicht in der Nähe von Aussiedlerhöfen und sind auch aus der Sicht des Natur- und Vogelschutzes unproblematisch", unterstrich Umweltminister Stefan Mörsdorf. "Damit zeigen wir einen Weg auf, wie wir die erneuerbare Energie Wind noch stärker nutzen können, ohne unsere reizvolle und liebgewonnene heimatliche Landschaft zu verspargeln."

"Ich bin überzeugt, dass es auch im Interesse der Windparkbetreiber liegt, sich auf solche konfliktarme Flächen zu fokussieren. Sie mindern damit erheblich ihre Risiken, dass Projekte an dem Widerstand von Kommunalpolitikern und örtlichen Bürgerinitiativen scheitern oder verzögert werden. Der vorgesehene 1000-Meter-Abstand zur Wohnbebauung wiederum ist großzügig bemessen, um den Sorgen von Nachbarn derartiger Anlagen Rechnung zu tragen. Und aus Rücksichtnahme gegenüber den berechtigten Forderungen des Naturschutzes haben wir alle Flächen ausgeklammert, die für Brut- und Zugvögel bedeutsam sind", erläuterte Mörsdorf. Das Umweltministerium will mit Hilfe seines landesplanerischen Instrumentariums erreichen, dass außerhalb dieser Eignungsflächen keine Windkraftanlagen gebaut werden. Allerdings warnte Mörsdorf mit Blick auf örtliche Bürgerinitiativen gegen Windkraft vor überzogenen Erwartungen an die jetzt vorgelegte Karte: "Wir haben eine gewisse Bremsspur, was die derzeit geplanten und erst recht die bereits genehmigten Anlagen betrifft. Die Karte hat zunächst einmal nur Vorschlagscharakter und wird erst nach einer Anhörung in den Landesentwicklungsplan Umwelt eingearbeitet werden. Bis das soweit ist, gilt natürlich die bisherige Rechtslage."

Die neue Karte mit den nach Auffassung der saarländischen Landesplanung besonders konfliktarmen Eignungsflächen für den Bau von Windkraftanlagen steht allen Interessenten im Internet zur Verfügung.