Ursachenforschung

Saarland will Krebsstudie zu AKW Cattenom prüfen

Die saarländische Landesregierung erwägt eine grenzüberschreitende Studie zu Krebserkrankungen in der Umgebung des Atomkraftwerks in Cattenom. Bislang gebe es unterschiedliche Studien und Bewertungen bezüglich das Krebsrisiko in der Nähe von Atomkraftwerken.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Möglicherweise könne eine solche regionale Studie gemeinsam mit Luxemburg und Frankreich "noch validere und dichtere Daten" bringen als bisherige Studien, sagte Gesundheitsminister Josef Hecken (CDU) am Dienstag im Anschluss an eine Sitzung des Gesundheitsausschusses im saarländischen Landtag. Zuvor wolle man aber die Bewertung der Studie "Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken" im Auftrag des Bundesumweltministeriums abwarten.

Die Landesregierung dürfe nicht abwarten, bis sich die Experten geeinigt hätten, kritisierten die Grünen. Zahl und Ursache der Erkrankungen in der Großregion müssten schnellstmöglich untersucht werden, forderte die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Claudia Willger-Lambert. Auch wenn nur ein begründeter Verdacht bestehe, müsse "konsequent und zielstrebig" gehandelt werden.

Hecken entgegnete, es gebe nach wie vor unterschiedliche Bewertungen über das Krebsrisiko in AKW-Nähe. Die deutsche Studie sehe einen solchen Zusammenhang bei Kindern unter fünf Jahren, zwei französische Studien stellten einen solchen Zusammenhang hingegen nicht fest. Im Saarland selbst sei die Leukämieerkrankung bei Kindern im Vergleich zum Bundesdurchschnitt nicht überdurchschnittlich hoch.